Reformator Jan Hus: Einst verbrannt, heute gewürdigt

Der böhmische Theologe Jan Hus wurde 1415 auf dem Konstanzer Konzil als angeblicher Ketzer verbrannt. Eine neue Ausstellung in Konstanz am Bodensee erinnert an den Reformator der auch für den deutschen Reformator Martin Luther ein Vorbild war.

Jan Hus wurde zusammen mit seinen Schriften am 6. Juli 1415 verbrannt. Davor schrieb er seinen Freunden: «Das aber erfüllt mich mit Freude, dass sie meine Bücher doch haben lesen müssen, worin ihre Bosheit geoffenbart wird.» Bild: Spiezer Chronik/Wikimedia

Die Ausstellung im Hus-Haus in Konstanz steht unter der Überschrift «Jan Hus – Mut zu denken, Mut zu glauben, Mut zu sterben». Neben zahlreichen Faksimiles von historischen Dokumenten, Fotos und Modellen von Hus‘ Wirkungsstätten gibt es auch Multimediaelemente. So können die Besucher an einem berührungsempfindlichen Bildschirm in einem «Ketzer-Test» herausfinden, wie sie zu den Überzeugungen von Hus stehen und ob sie selbst vor 600 Jahren als Irrlehrer verurteilt worden wären.

Hus war ein scharfer Kritiker der Verweltlichung der Kirche und forderte zu einer radikalen Neuorientierung an der Bibel auf. Hauptsponsor der Ausstellung ist die tschechische Republik, die nach Museumsangaben fast 130’000 Euro in die Neugestaltung gesteckt hat.

 


 

Ausstellung «Jan Hus – Mut zu denken, Mut zu glauben, Mut zu sterben»
Freier Eintritt, Führungen auf Anfrage. Ort und Öffnungszeiten sind der Webseite zu entnehmen.
Webseite Hus-Museum in Konstanz

Die Geschichte des Reformators Jan Hus auf Wikipedia