Nach Kampfwahl

Ralph Lewin ist neuer Präsident des SIG

Mit 45 zu 40 Stimmen wählten die Delegierten des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes den Basler Ralph Lewin zum neuen Präsidenten. Er folgt auf Herbert Winter, der sich wegen Amtszeitbeschränkung zurückgezogen hat.

Am Ende machten fünf Stimmen den Unterschied: 45 der anwesenden Delegierten des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG) gaben bei der Wahl am Sonntag ihre Stimme dem Basler Ökonom Ralph Lewin. 40 sprachen sich für dessen Konkurrenten Ralph Friedländer, Präsident der Jüdischen Gemeinde Bern, aus.

Friedländer gratulierte Lewin zum neuen Präsidentenamt, wie es in einer Mitteilung des SIG vom 18. Oktober heisst. Er selbst wurde kurz darauf von den Delegierten in die Geschäftsleitung gewählt und übernimmt demnach das Vizepräsidium.

Ökonom mit Exekutiverfahrung

Lewin ist promovierter Nationalökonom und präsidiert unter anderem den Tarifverbund Nordwestschweiz. Zudem ist er Mitglied des Bankrats der Basler Kantonalbank. Exekutiverfahrung hat er als Regierungsrat von Basel-Stadt gesammelt; der SP-Politiker gehörte dem Gremium von 1997 bis 2008 an und führte das Wirtschafts- und Sozialdepartement.

Wie das jüdische Magazin «Tachles» online berichtet, war es das erste Mal, dass es um das Präsidium des SIG zu einer Kampfwahl kam. Auf Antrag eines Delegierten sei die Wahl geheim abgehalten worden.

Ende der Ära Herbert Winter

Mit der Wahl endete gleichzeitig auch die zwölfjährige Amtszeit von Herbert Winter. Wegen der statuarisch geltenden Amtszeitbeschränkung war dessen erneute Wahl nicht möglich. Winter bedankte sich für die jahrelange Unterstützung und Zusammenarbeit. «Wir dürfen stolz sein auf unser aktives Gemeindeleben in seiner Vielfalt, die wir in Zukunft noch stärker nach aussen tragen sollen», wird er in der Mitteilung zitiert. (vbu)