Quereinsteiger-Studium auch künftig das reformierte Rezept gegen Pfarrmangel

Im Herbst 2015 starteten die ersten Studierenden ein verkürztes Theologiestudium an den Universitäten in Basel und Zürich. 2018 soll nun der nächste Studiengang folgen, 140 Personen haben bereits ihr Interesse bekundet.

Studentinnen
Das intensive Studium fordert von den Quereinsteigern viel Durchhaltevermögen. Das Bild zeigt Studenten in einem Vorlesungssaal der Universität Zürich. (Bild: Keystone)

Im Herbst 2015 traten 34 Quereinsteiger in Basel und Zürich das erste verkürzte Theologiestudium (Quest) an. Das Interesse an einem weiteren Studiengang besteht: «Aktuell stehen 140 Leute auf der Interessensliste», sagt Quest-Beauftragte Anne-Marie Helbling. Im November findet nun der Infoabend für den zweiten Studiengang statt.

Mastertitel wird in Aussicht gestellt

Der Studiengang richtet sich nach wie vor an Quereinsteiger zwischen 30 und 55 Jahren. Geplant ist, dass die Absolventen auch einen Masterabschluss erhalten. Man garantiere den neuen Quereinsteigern den Master zum Abschluss ihres Studiums, sagt Helbling. Die Universitätsleitungen von Zürich und Basel würden bis Ende 2017 die rechtliche Grundlage dafür schaffen.

Ob die Teilnehmerinnen vom ersten Studiengang ihren Abschluss nachträglich anerkennen lassen können, sei noch nicht klar, sagt Helbling. Da seien noch Abklärungen mit der Universität nötig.

Inhaltlich soll im Quest-Studiengang alles gleich wie bisher bleiben. So wird für die Teilnahme am Lehrgang weiterhin ein akademischer Abschluss auf Masterstufe vorausgesetzt. Mit dieser Voraussetzung erreichen die reformierten Kirchen das Ziel, für das Quest-Studium ältere Quereinsteigerinnen zu erreichen.

Erste Quereinsteiger auf dem Weg ins Pfarramt

Die meisten Studentinnen und Studenten des ersten Lehrgangs würden voraussichtlich 2018 und 2019 mit dem Lernvikariat starten, sagt Helbling. Drei Studierende informierten die Arbeitsstelle für Aus- und Weiterbildung über ihren Studienabbruch. Ob noch weitere das Studium vorzeitig abgebrochen haben, wisse man nicht, sagt Helbling, da keine Meldepflicht bestünde.

Studium kein Sonntagsspaziergang

Grosse Zufriedenheit mit den Quest-Studierenden bekunden die Universitäten, sagt Helbling: «Die Quereinsteiger sind alle sehr engagiert und verfügen über viel Lebenserfahrung. Sie gehen das Studium sehr ernst an.»

Der erste Lehrgang habe aber auch gezeigt, dass das Quest-Studium anspruchsvoll ist. Das Vollzeitstudium in drei Jahren zu absolvieren sei realistisch. Schwieriger hingegen sei das Teilzeitstudium, das auf vier Jahre angelegt ist. Mehr als 30 Prozent zu arbeiten sei «schwierig», sagt Helbling, «es ist ein strenges Programm.» Wer will, könne das Studium auf insgesamt fünf Jahre verlängern. Doch gerade für Erwachsene mit finanziellen Verpflichtungen sei das nicht so leicht.

 

Der Informationsabend zum Quest-Studiengang findet am 14. November 2017 um 18.30 Uhr in der Aula der Universität Zürich statt.