«Public Eye Awards» in Davos: «Schmähpreise» an zwei Weltkonzerne

Die «Public Eye Award»-Jury erkor den US-Textilkonzern Gap zum Sieger des «Schmähpreises», weil er sich gegen Arbeitsmarktreformen in Bangladesch sträubt; der Publikumspreis ging an den russischen Erdgasförderer Gazprom.


Gazprom bohrt in der Arktis nach Erdöl. Aufgrund der extremen Bedingungen seien die Bohrungen dort besonders riskant, teilten die Preisverleiher Greenpeace und Erklärung von Bern am 23. Januar mit. Diesen Herausforderungen begegne das Unternehmen mit einem unzureichenden Notfallplan und veralteter Technik. Rund 280‘000 Menschen nahmen an der Online-Abstimmung für den Publikumspreis teil. So hoch sei die Beteiligung noch nie gewesen, schreibt die Erklärung von Bern.

Die Jury verlieh ihren Preis an Gap. Das US-Textilunternehmen weigere sich bis heute, das Abkommen «Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh» zu unterzeichnen.

Seit 2005 verleihen Nichtregierungsorganisationen am Weltwirtschaftsforum die Auszeichnung an in ihren Augen verantwortungslose Unternehmen. Zu den «Gewinnern» gehören auch regelmässig Firmen aus der Schweiz – so beispielsweise Nestlé, Novartis, Glencore, die Bernischen Kraftwerke (BKW), Roche und Syngenta.