USA

Millionen bei Kundgebungen gegen Trump

In allen fünfzig US-Bundesstaaten haben sich Millionen Menschen gegen das ihrer Ansicht nach autoritäre Vorgehen des US-Präsidenten versammelt. Die «No-Kings»-Proteste waren womöglich die grössten Kundgebungen in der Geschichte der USA.

In den USA haben sich am Samstag nach Angaben der Organisatoren acht Millionen Menschen zu «No Kings»-Kundgebungen versammelt. Die Proteste fanden in Metropolen wie Chicago, Los Angeles und New York City sowie zahlreichen Kleinstädten statt.

In rund 3300 Orten richteten sich die Demonstranten gegen das ihrer Ansicht nach zunehmend autoritäre Vorgehen von US-Präsident Donald Trump. Auf Plakaten und Schildern mit Botschaften wie «Verteidigt Demokratie», «Trump muss weg», «Kein König, kein Krieg, keine Milliardäre» und «ICE Raus» wendeten sich die Demonstranten zudem gegen den Iran-Krieg und die Einwanderungsbehörde ICE.

Unter die Protestierenden mischten sich auch Kirchenvertreterinnen und Gläubige wie hier in San Francisco. (Bild: Frederic Neema / Keystone)

Trump habe das «Ego eines Königs und das Temperament eines Kindes», sagte die Veranstaltungsrednerin Sarah Parker vom Verband «Stimmen aus Florida». Eine der grössten Kundgebungen fand in St. Paul statt, der Hauptstadt von Minnesota. Der Bundesstaat war im Winter durch wochenlange Proteste gegen ICE und das oftmals brutale Vorgehen der Behörde bekannt geworden.

Spott von der Regierung

Der Rockstar Bruce Springsteen sang sein neues Lied «Streets of Minneapolis» für die in Minneapolis (Minnesota) erschossenen Aktivisten Renee Good und Alex Pretti (ref.ch berichtete). Der «reaktionäre Albtraum» werde nicht anhalten, sagte Springsteen. Die Mitbegründerin der Anti-Trump Organisation «Indivisible» («Unteilbar»), Leah Greenberg, warnte, «Möchtegern-Diktatoren» würden gefährlicher, wenn sie Kontrolle verlieren. Trump werde kommende Wahlen stehlen wollen.

Es war die dritte «No Kings -Kundgebung. Die erste hatte im Juni vergangenen Jahres stattgefunden. Im Oktober 2025 hatten daran mehrere Millionen Menschen teilgenommen. Die US-Regierung reagierte mit Spott auf die Kundgebungen am Samstag. Eine Sprecherin des Weissen Haus sagte, «nur Reporter, die dafür bezahlt werden«, seien an den Kundgebungen interessiert.

Neue Proteste im Mai angekündigt

Widerstand sei das «Gegenmittel zur Unterdrückung« und zu der Verzweiflung, die Unterdrückung vermitteln will, sagte Deirdre Schifeling vom Verband »American Civil Liberties Union« bei einer Pressekonferenz. Kritiker, auch von linker Seite, bemängelten, dass die Forderungen von «No Kings» nicht konkret genug seien.

Trotz schlechter Umfragewerte hat Trump vieles durchsetzen können. Einer der No-Kings Organisatoren, Ezra Levin, kündigte am Samstag eine «Eskalation» des Protests an. Für den ersten Mai ist eine nationale wirtschaftliche Machtdemonstration geplant: Nicht zur Arbeit gehen, Geschäfte schliessen und nicht einkaufen. (epd/ no)

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