Deutschland
Theologe: Ludwigshafen soll Zentrum für Popgottesdienste werden
Es gab in Heidelberg und Ludwigshafen bereits Gottesdienste mit Musik und Texten von «Coldplay» und Nick Cave – nun soll das Angebot ausgebaut werden. Die deutsche Stadt Ludwigshafen am Rhein solle zu einem Zentrum für Pop-Gottesdienste in der Evangelischen Kirche der Pfalz werden, sagte der protestantische Dekan Paul Metzger dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Gottesdienste mit populärer Musik und Predigen zu «menschlich existenziellen Themen» seien bei vielen Kirchenmitgliedern beliebt und erreichten auch kirchenferne Menschen für die christliche Botschaft (ref.ch berichtete).
Der Kirchenbezirk Ludwigshafen wolle künftig einen regionalen Schwerpunkt auf Popgottesdienste setzen, sagte Metzger. Ein «Regio-Team» aus Haupt- und Ehrenamtlichen wolle etwa einmal im Quartal einen solchen einstündigen Gottesdienst mit Chören oder Bands gestalten. Die Zahl herkömmlicher Gottesdienste solle hingegen «ganz erheblich» reduziert werden. Der nächste Popgottesdienst mit Musik von den «Beatles» findet am 26. Juni in der Melanchthonkirche statt, das Thema ist Einsamkeit.
Viele Popsongs thematisierten in ihren Texten die Sinnsuche, sagte Metzger, der als Hobbymusiker Gitarre spielt. Sie eigneten sich daher gut für Predigten in Gottesdiensten. Es seien «neue Formen von Gottesdienst mit neuer Sprache» nötig, betonte der Theologe. Der klassische Sonntagsgottesdienst sei in einer Krise, die Liturgie und kirchliches Liedgut seien vielen Menschen nicht mehr bekannt oder verständlich.
In der Vergangenheit hatte der protestantische Kirchenbezirk Ludwigshafen auch zwei Gottesdienste zu Romanen über den Zauberschüler Harry Potter veranstaltet. Grosses Aufsehen erregten Popgottesdienste in der Heidelberger Heiliggeist-Kirche zu den US-amerikanischen Sängerinnen Taylor Swift und Lady Gaga. (epd/ dst)