Pastor unter den Angeklagten im Trump-Verfahren
Im Verfahren wegen Wahlmanipulation gegen den Ex-US-Präsidenten Donald Trump im US-Bundesstaat Georgia ist auch ein lutherischer Pastor unter den Angeklagten. Laut Anklageschrift soll er an dem rechtswidrigen Versuch beteiligt gewesen sein, den Ausgang der Präsidentschaftswahl 2020 zugunsten des unterlegenen Donald Trump zu manipulieren. Der Name von des Pastors steht in der Anklageschrift im Bundesstaat Georgia als einer von 19 angeblichen Mitwirkenden, darunter der ehemalige US-Präsident Trump selbst.
Ein Sprecher der Lutheran Church-Missouri Synode (LCMS) teilte dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit, die Kirche äussere sich nicht zu den Vorwürfen. Der Mann sei Pastor im Ruhestand. Die als theologisch konservativ eingeschätzte LCMS ist die zweitgrösste lutherische Kirche in den USA und hat nach eigenen Angaben knapp zwei Millionen Mitglieder.
Laut Anklageschrift soll der Mann versucht haben, eine Zeugin gegen Trump zur Falschaussage zu bewegen. Die Trump-Wahlkampagne hatte behauptet, die Frau habe gefälschte Stimmzettel für den Kandidaten der Demokraten, Joe Biden, produziert. Sie hatte das vehement bestritten. Der Anklageschrift zufolge soll der Mann der Frau im Dezember 2020 «Hilfe angeboten» haben, um ihre Aussage umzuwandeln. Zu diesem Zweck habe er sie zuhause besucht.
Der Pastor und die übrigen Angeklagten, einschliesslich des Ex-Präsidenten, müssen sich spätestens am 25. August dem Gericht in Georgia stellen. Der Prozess ist für März 2024 vorgesehen.
Vor seiner Tätigkeit als Pastor war er Polizist und nach eigenen Angaben Polizeiseelsorger. Er soll sich mit einem Mitarbeiter aus Trumps Team zum Gespräch über Polizeiseelsorge getroffen haben. (epd/no)