Auf Afrikareise

Papst bemüht sich um Entspannung mit Trump

Mit ungewohnt direkter Kritik hat sich Papst Leo XIV. als «Anti-Trump» positioniert. Nun versucht er auf seiner Reise durch Afrika die Wogen zu glätten.

Allen war klar, wen Papst Leo XIV. in einem Friedensgebet nach Ostern im Blick hatte, als er sagte: «Schluss mit der Selbstvergötterung und der Vergötterung des Geldes! Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg!» Darauf reagierte US-Präsident Donald Trump unmittelbar vor Leos Abreise nach Afrika mit einer Schimpftirade. Dazu stellte er ein KI-generiertes Kitschgemälde von sich als Heiland ins Internet.

Leo machte sofort deutlich, dass er sich nicht einschüchtern lassen will. Bei einem Rundgang durch sein Flugzeug stellte er im Gespräch mit mitreisenden Reportern klar: «Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung.» Als er dann in Kamerun in einer Rede erklärte, dass die Welt unter einer «Handvoll Tyrannen» leide (ref.ch berichtete), verstanden das viele als neuen Hieb gegen Trump. Plötzlich galt Leo als der Mann, der dem US-Präsidenten auf internationaler Bühne am entschiedensten Kontra gibt.

Nachdem der Papst dies zwei Tage lang zugelassen hat, bemühte er sich in einem bemerkenswerten Auftritt in 10'000 Metern Höhe um Entspannung. Auf dem Weiterflug nach Angola erklärte er, manche seiner Äusserungen würden falsch interpretiert, auch das Wort von der «Handvoll Tyrannen». Die Rede in Kamerun sei vor zwei Wochen vorbereitet worden, also vor den Äusserungen Trumps. «Das wurde so aufgefasst, als wolle ich dem Präsidenten widersprechen. Das liegt überhaupt nicht in meiner Absicht», sagte Leo. Manche werten dies als eine Art Friedensangebot. Trump ging zunächst nicht darauf ein.

Auf seiner elftägigen Afrikareise hat der Papst unter anderem eine Ausbeutung des Kontinents angeprangert. In Angola ging Leo mit ausländischen Mächten und internationalen Konzernen ins Gericht, die immer noch vor allem an der Ausbeutung von Afrikas Rohstoffen interessiert seien. (sda/ eba)

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