Papst Franziskus erhält Karlspreis

Papst Franziskus wird als zweiter Papst nach Johannes Paul II. für sein Engagement für ein solidarisches Europa mit dem Karlspreis der Stadt Aachen gewürdigt.

Papst Franziskus wird für seine Verdienste um Europa gewürdigt.
Papst Franziskus wird für seine Verdienste um Europa gewürdigt. (Bild: Youtube)

Papst Franziskus wurde am Freitag der Internationale Karlspreis verliehen. Das Kirchenoberhaupt erhielt die Auszeichnung «in Würdigung seines herausragenden Engagements für Frieden, Verständigung und Barmherzigkeit in einer europäischen Gesellschaft der Werte», wie es auf evangelisch.de heisst. Der Karlspreis wird seit 1950 an Personen verliehen, die sich in besonderer Weise um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Zuvor hatte bereits Johannes Paul II. den Preis erhalten.

Migrantsein darf kein Verbrechen sein

In seiner Dankesrede sagte Franziskus, die Europäische Union müsse sich verstärkt um Integration und Dialog bemühen. «Gerade in dieser unserer zerrissenen und verwundeten Welt ist es notwendig, zur Solidarität der Tat zurückzukehren.» Er träume von einem Europa, in dem Migrantsein kein Verbrechen sei, sagte er angesichts der Flüchtlingskrise.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, würdigte Franziskus mit den Worten: «Immer wieder hat Papst Franziskus die geistigen und kulturellen Wurzeln Europas gewürdigt und dazu aufgerufen, den Zusammenhalt des Kontinents zu wahren und der Verantwortung der europäischen Staatengemeinschaft für die Welt gerecht zu werden.»

«Franziskus ist ein Reformator»

Margot Kässmann, die Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsgedenkjahr 2017, verglich das katholische Oberhaupt mit Martin Luther. Auch dieser habe die römisch-katholische Kirche reformieren wollen. «Dieser Papst ist ein Reformator in seiner Kirche», sagte Kässmann dem Internetportal «Vatican Insider».