Revision Transplantationsgesetz

Ethiker gegen Organspende-Vorlage

Der Theologe Markus Zimmermann befürwortet Organspenden, sieht darin aber eine klare körperliche Intervention. Im Interview mit dem «bref»-Magazin erläutert er, weshalb.

Der Ethiker Markus Zimmermann ist selbst Organspender, lehnt die erweiterte Widerspruchslösung dennoch ab. (Bild: Michele Limina)

Bisher müssen Organspenderinnen in der Schweiz einer Entnahme zu Lebzeiten ausdrücklich zustimmen. Die Revision des Transplantationsgesetzes, über die das Stimmvolk am 15. Mai 2022 entscheidet, sieht vor, dass Spender künftig einer Entnahme aktiv widersprechen müssten. Diese Lösung lehnt der katholische Theologe und Ethiker Markus Zimmermann ab, wie er im Interview mit dem «bref»-Magazin erklärt. Zimmermann ist Vizepräsident der nationalen Ethikkommission, die sich mit der Vorlage vertieft beschäftigt hat.

«Wesentlich erscheint einerseits, dass wir mit dem Modellwechsel nicht unbedingt mehr Organe generieren. Andererseits stellt die Widerspruchslösung einen Eingriff in die körperliche Integrität dar», sagt Zimmermann. Eine Spende müsse eine freiwillige Gabe bleiben, es dürfe keine moralische Verpflichtung dazu geben, meint Zimmermann unter anderem.

Die Redaktion berichtet am Abstimmungssonntag über den Entscheid zur Organspende sowie über die Frontex-Vorlage. (jow)