St. Gallen

Offene Kirche wird zu Anlaufstelle für Sans-Papiers

Nach dem Aus der Offenen Kirche finden neu Sans-Papiers Hilfe im Kirchengebäude. Dereinst soll es als Studentenbar genutzt werden.

Die ehemalige Offene Kirche in St. Gallen wird bis zum Beginn eines geplanten Bauprojekts zwischengenutzt: Neu ist dort die Anlaufstelle Sans-Papiers untergebracht, schreibt das St. Galler Tagblatt. Damit bleibt das markante Kirchengebäude vor einem Leerstand bewahrt.

Die Anlaufstelle, die Menschen ohne geregelten Aufenthaltsstatus in der Ostschweiz berät und begleitet, erhält in den neuen Räumen laut Leiter Matthias Rickli deutlich bessere Bedingungen. Mehrere getrennte Zimmer mit separatem Zugang ermöglichen vertrauliche Gespräche, zudem stehen ein Warteraum und Platz für Kinder zur Verfügung.

Im vergangenen Jahr wurden rund 600 Beratungen durchgeführt. Ein grosser Teil der Arbeit wird über Spenden finanziert, die Stadt unterstützt ein Gesundheitsprojekt mit 30'000 Franken.

Der grosse Saal der früheren Offenen Kirche soll weiterhin öffentlich nutzbar bleiben. Die Anlaufstelle darf den Raum untervermieten. Ein neu gegründetes Kollektiv organisiert künftig Betrieb und Veranstaltungen. Geplant sind Treffen, Workshops, Ausstellungen sowie niederschwellige soziale und kulturelle Angebote.

Die Offene Kirche war 1998 als ökumenisches Projekt gegründet worden und bis 2004 in der Kirche St. Leonhard zuhause (ref.ch berichtete). Danach folgte der Umzug an den letzten Standort. Aus finanziellen Gründen und nach Veränderungen im Trägerverein wurde das Projekt eingestellt. Mit der befristeten Zwischennutzung behält das neoklassizistische Kirchengebäude eine soziale Funktion. Später soll es in einem Bauprojekt in den Campus der Universität St. Gallen integriert und als Studentenbar genutzt werden. (gab)

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