OECD warnt vor zunehmender Altersarmut

Künftig werde es höhere Einkommensunterschiede geben, meldet die OECD. Ausserdem erwartet sie Kürzungen bei den Pensionen.


Der demografische Wandel und die wachsende Ungleichheit werden die heutigen Jungen im Alter hart treffen. Zu diesem Schluss kommt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die OECD stellte am 18. Oktober ihren Bericht «Preventing Ageing Unequally» (dt. Prävention von Ungleichheit im Alter) in Paris vor.

Kürzungen bei Pensionen

Die junge Generation werde in der Zukunft auf ein zunehmend heterogenes Erwerbsleben zurückblicken, so der Bericht. Die Schere zwischen jenen, die über ein stabiles, hohes Einkommen verfügen und jenen, die von Arbeitslosigkeit und geringem Einkommen betroffen sind, gehe weiter auf.

Der Anteil älterer Menschen wachse in allen OECD-Ländern deutlich. Kürzungen bei den Pensionen seien deswegen in Zukunft vielerorts zu erwarten, so der Bericht. Gleichzeitig sei die Einkommensungleichheit in den Ländern auf dem höchsten Stand seit 50 Jahren, schreibt die OECD.

Die Einkommen der einkommensstärksten zehn Prozent der Bevölkerung seien neun Mal höher als jene der einkommensschwächsten zehn Prozent. Vor 25 Jahren habe der Faktor noch bei sieben gelegen. Die wachsende Ungleichheit im Erwerbsleben wirke sich auch auf die Pensionen aus.

Mehr Arbeit, mehr Unterstützung

Die OECD empfiehlt Gegenmassnahmen, um die Ungleichheiten zu verringern. Diese Massnahmen sollten bereits im frühen Alter ansetzen, etwa bei der Kinderbetreuung. Arbeitsbeschaffungsmassnahmen sollten ebenso forciert werden wie Arbeitsmarktreformen, die die Anstellung älterer Arbeitnehmer begünstigen.

Reformen im Pensionssystem, ein besserer Zugang zu häuslicher Pflege und mehr Unterstützung für informelle Pflegekräfte könnten dazu beitragen, die Ungleichheiten abzumildern, schreibt die OECD.