Oberengadiner Kirchgemeinden wollen fusionieren

Sieben von acht Kirchgemeinden des Oberengadins wollen sich zur «Evangelisch-reformierten Kirche Oberengadin» zusammenschliessen. Die Kirchgemeinde Zuoz/Madulain hat sich dagegen ausgeprochen, stellt nun allerdings einen Wiedererwägungsantrag. Die neue Kirchgemeinde wäre mit rund 6000 Mitgliedern die zweitgrösste des Kantons.

Kirche im Dorf: Zuoz/Madulain hat sich vorerst gegen einen Zusammenschluss mit den anderen Oberengadiner Kirchgemeinden ausgesprochen. (Bild: Wikimedia)

Sieben der acht Oberengadiner Kirchgemeinden haben dem Zusammenschluss vor kurzem zugestimmt. Die Kirchgemeindeversammlung Zuoz/Madulain hat sich letzte Woche dagegen ausgesprochen, der Vorstand stellt nun aber ein Wiedererwägungsgesuch, das am 18. Juli behandelt werden soll.

Geplant sei der Zusammenschluss aber mit oder ohne Zuoz/Madulain auf den 1. Januar 2017, wie Projektleiter Hans-Peter Uehli gegenüber ref.ch sagte. Falls Madulain/Zuoz nach dem 18. Juli nicht mitmachen sollte, müssten die anderen Kirchgemeinden noch einmal abstimmen. Gemäss Uehli waren in Madulain/Zuoz vor allem Verlustängste und Misstrauen für die ablehnende Haltung verantwortlich.

Die Zusammenarbeit unter den Kirchgemeinden wurde bereits seit 2002 durch den Verein «Il Binsaun» (rätoromanisch für «seid willkommen») organisiert. Mit dem Zusammenschluss will man schlankere Strukturen und eine grössere Effizienz erreichen. Die Kirchgemeinde Oberengadin wird inklusive Zuoz/Madulain rund 6000 Mitglieder haben. Dem Zusammenschluss zustimmen muss auch noch der Evangelische Grosse Rat (Synode) der Bündner Landeskirche.