Nora Gomringer
Ehemalige «bref»-Kolumnistin erhält Literaturpreis
Loriot, Robert Gernhardt, Gerhard Polt, Dieter Hildebrandt, Helge Schneider: Sie alle sind Träger des Kasseler Literaturpreises für grotesken Humor. Und nun auch die deutsch-schweizerische Lyrikerin Nora Gomringer.
«Nora Gomringer lebt als Dichterin und Performerin Sprache körperlich aus», schreibt die Jury in ihrer Begründung. Die Klarheit und Präsenz beim Sprechen und die Intermedialität ihrer Werke zeugten von einer klugen und mutigen Künstlerin.
Dabei sorge ihre Komik stets für eine Verschiebung der Weltbetrachtung, schreibt die Jury weiter: «Menschen werden zu Monstern und Tiere zu Menschen, wenn die Autorin mit Tiefenkenntnis Erfahrungen aus aktueller Realität, klassischer Literatur oder Popkultur akustisch und visuell in Wortmusik verwandelt.»
Nora Gomringer ist seit 2010 Direktorin des internationalen Künstlerhauses Villa Concordia im deutschen Bamberg. Sie verfasst Texte für Radio und Feuilleton und veröffentlicht Essays. Ausserdem schreibt sie Kolumnen, von 2019 bis 2021 für das Magazin «bref» , das wie ref.ch von den Reformierten Medien herausgegeben wird.
Ihr Vater ist der bolivianisch-schweizerische Lyriker Eugen Gomringer, der im Januar seinen 100. Geburtstag feiern konnte (ref.ch berichtete). 2018 hat «bref» Vater und Tochter interviewt.
Nora Gomringer ist mehrfach ausgezeichnet worden. 2011 bekam sie den Jacob‐Grimm‐Preis verliehen, 2015 den Ingeborg‐Bachmann‐Preis für den Prosatext «Recherche», 2020 die Carl‐Zuckmayer‐Medaille des Landes Rheinland‐Pfalz für ihre Verdienste um die deutsche Sprache und 2022 den Else‐Lasker‐Schüler‐Lyrikpreis. Ihr Werk ist in zahlreiche Sprachen übersetzt.
Der Kasseler Literaturpreis wird ihr am Samstagabend im Rathaus der Stadt verliehen.