Archäologie
Herstellung der Himmelsscheibe von Nebra entschlüsselt
Materialforscher der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg haben erfolgreich die Herstellung der weltberühmten Himmelsscheibe von Nebra rekonstruiert. Dazu sei das Metall mittels «modernster Elektronenrückstreu- und Rasterelektronenmikroskopie» untersucht worden, sagte der Werkstoffwissenschaftler Thorsten Halle vor den Medien. Zudem habe ein Kupferschmied Kopien der Bronzescheibe hergestellt, um den Herstellungsprozess nachzuvollziehen.
Demnach wurde der Rohling der Scheibe vor rund 4000 Jahren in einer Feuerstelle im Herzen Europas vermutlich bei über 1200 Grad Celsius gegossen und danach wiederholt auf 700 Grad Celsius erwärmt und umgeformt. Dies sei ein Verfahren, das heutigen industriellen Prozessen erstaunlich ähnlich sei, erklärte Halle.
Die Himmelsscheibe von Nebra zeigt die weltweit älteste bisher bekannte konkrete Darstellung des Kosmos und gilt als ein einzigartiges Zeugnis der Menschheitsgeschichte. Die mindestens 3600 Jahre alte runde Bronzescheibe misst 32 Zentimeter im Durchmesser und zeigt die Sonne – je nach Deutung auch den Vollmond –, eine Mondsichel sowie insgesamt 32 goldene Sterne. (epd/ hz)