Spanien
Fast 50’000 Migranten nach Ceuta gelangt
Fast 50’000 Migranten sind in den vergangenen Tagen übereinstimmenden Medienberichten zufolge von Marokko aus irregulär in die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta gelangt.
Die Schätzung habe man von der Regierung in Madrid bekommen, berichtete der staatliche Rundfunksender «Radio Nacional». Zuvor hatte die Zeitung «El Periódico» die Zahl der Ankömmlinge unter Berufung auf einen Sprecher der Polizeieinheit Guardia Civil auf 49’000 beziffert.
Der ungewöhnliche Andrang löste am Donnerstag eine schwere Krise aus. Die spanische Regierung setzt dort erstmals seit dem Massenzustrom von Mai 2021 wieder Militär zur Unterstützung der Grenzsicherung ein. Ministerpräsident Pedro Sánchez wollte am Freitag in das Gebiet an der Meerenge von Gibraltar reisen, um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen.
Mindestens
Auslöser der neuen Fluchtbewegung war ein Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs von Anfang Juli: Demnach dürfen Migranten, die schwimmend spanisches Territorium erreichen, nicht mehr ohne individuelles Verfahren unmittelbar nach Marokko zurückgeführt werden.
Die Bilder aus Ceuta wecken Erinnerungen an die Ereignisse vor fünf Jahren. Im Mai 2021 waren innerhalb von 36 Stunden mehr als 8000 Menschen von Marokko aus in die Exklave gestürmt.
Obwohl Marokko 1956 die Unabhängigkeit von Frankreich und Spanien erlangte, hat Spanien dort weiterhin zwei Exklaven, Ceuta und Melilla. Beide werden von Marokko beansprucht. In der Nähe beider Gebiete warten oft Tausende Menschen – vorwiegend aus Ländern südlich der Sahara – auf eine Gelegenheit, in das zur EU gehörende Gebiet zu kommen. (sda/ dpa/ no)