Die EMK wolle sich mit der Stellungnahme einen Leitfaden geben, an dem sie ihr eigenes Reden und Handeln zu Migrations- und Flüchtlingsfragen ausrichte, heisst es in einer Mitteilung vom Montag. Sie diene auch dazu, Behörden, Regierung, Medien und die Gesellschaft zu entsprechenden Schritten aufzufordern, betonten die Delegierten in ihren Voten.
In der Stellungnahme steht, der christliche Glaube selbst sei ein Glaube mit Migrationshintergrund. Die Bibel berichte immer wieder von Menschen, die migrierten und dabei Gastfreundschaft und den Schutz Gottes erfuhren. Dieses biblische Zeugnis leite zu einem achtsamen Umgang mit Migrantinnen und Migranten an. Migration kenne viele Formen und unterschiedliche Fluchtgründe. Das müsse auch zu unterschiedlichen Antworten führen.
Erlösung zur Sprache bringen
Weiter setzten sich die Delegierten mit der Erlösung als Kernthema des Glaubens auseinander. Die Arbeitsgruppe «Soteriologie» präsentierte den Delegierten keine fertigen Antworten, sondern forderte die Konferenz zum gemeinsamen Zuhören auf. Sie wählte drei Themen aus der christlichen Erlösungslehre aus. «Wachstum» – für Methodisten der wichtigste Ausdruck von Erlösung – wurde mit dem Bild des Baumes verknüpft. In einem Referat zeigte Ralph Kunz, Professor für Praktische Theologie an der Uni Zürich, was Reifen im Glauben über die ganze Lebensspanne bedeutet.
In den Weg stellen
«Versöhnung» wurde anhand von Kampfkunst illustriert. Pfarrer Stefan Pfister, der den koreanischen Kampfsport Taekwondo praktiziert, zeigte den engen Zusammenhang von Versöhnung und Kampf(-kunst). Gott habe immer die Versöhnung im Blick, mit ihm könne aber auch gestritten und gekämpft werden, sagte er und erinnerte an den Kampf zwischen Gott und Jakob am Jabbok. Gott stelle sich den Menschen in den Weg, um sie schliesslich als Gestärkte, Gesegnete in den nächsten Kampf ziehen zu lassen. Im Taekwondo verbeugten sich die Gegner am Schluss des Kampfes voreinander und bedankten sich damit beim Gegenüber. «Was wäre, wenn wir uns einander in den Weg stellten, miteinander kämpften, um einander als Gesegnete, als Versöhnte ziehen zu lassen?», fragte der Pfarrer zum Abschluss seines Referats.