Methodisten gegen Präimplantationsdiagnostik PID

Vom 19. bis 22. Juni 2014 tagte die jährliche Konferenz der Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) Schweiz-Frankreich-Nordafrika in Frauenfeld. Sie wählte eine neue Kirchenleitung und verabschiedete eine Stellungnahme gegen die Präimplantationsdiagnostik (PID).

Der neue Vorstand der evangelisch-methodistischen Kirche.
Der neue Vorstand der evangelisch-methodistischen Kirche. (Bild EMK)

Vor einem Jahr hatte die Konferenz der EMK einer Vereinfachung der Leitungsstrukturen grundsätzlich zugestimmt, die nun unmittelbar nach der Konferenz 2014 in Kraft treten wird. Bislang hatten die drei Gremien Kirchenvorstand, Kabinett und Strategierat Leitungsfunktionen wahrgenommen. In der neuen Organisation der EMK wird deshalb die strategische Führung der Kirche einem Vorstand zugewiesen. Dies teilte die EMK am 23. Juni mit.

Die EMK wählte in diesem Zusammenhang ihre neue Kirchenleitung. Den Vorsitz des Vorstandes teilen sich Pfarrer Matthias Bünger aus Thun und Patrick Streiff. Streiff, Bischof der EMK von Mittel- und Südeuropa, ist zusammen mit den vier Distriktsvorstehern der EMK Schweiz-Frankreich-Nordafrika Claudia Haslebacher (Laupen), Jörg Niederer (Frauenfeld), Etienne Rudolph (Mulhouse F) und Martin Streit (Brugg) von Amtes wegen Mitglied des Vorstandes. Als weitere Mitglieder des neuen Vorstandes wurden gewählt: Edith Buschenrieder (Mulhouse F), Marc Berger (Munster F), Markus Steinle (Belp), Stefan Schnegg (Bülach) sowie Markus und Ruth Voegelin (Köniz), die als Konferenzlaienführer gemeinsam eine Stimme haben werden.

Delegierte lehnen Präimplantationsdiagnostik mehrheitlich ab

Kontrovers wurde eine Stellungnahme zur Präimplantationsdiagnostik (PID) diskutiert, die vom Ausschuss für «Kirche und Gesellschaft» der EMK eingebracht worden war. Die PID werfe grundlegende Fragen auf und führe zu Folgeproblemen, heisst es darin. So müsse dadurch darüber entschieden werden, «was lebenswertes und was lebensunwertes Leben ist». Auch wenn dies in einem sehr frühen Stadium menschlichen Lebens geschehe, definierten so getroffene Entscheide auch den Lebenswert von Erwachsenen, die an den Krankheiten litten, die durch die PID erfasst werden könnten.

Aus Sicht der EMK stellt die PID den unantastbaren Wert des von Gott geschaffenen menschlichen Lebens in Frage. In diesem Zusammenhang werden in der Stellungnahme die sozialen Grundsätze zitiert, die für die EMK weltweit gelten: «Wir lehnen gentechnologische Massnahmen mit eugenischer Ausrichtung ab, und solche, die zur Produktion überzähliger Embryonen führen.» Die Delegierten der jährlichen Konferenz nahmen die Stellungnahme mit grossem Mehr an.