Mehrere Tote bei Bootsunglück vor Lampedusa

Mindestens 13 Flüchtlinge sind bei einem Bootsunglück vor der italienischen Insel Lampedusa ums Leben gekommen, etliche werden vermisst. Die geborgenen Toten seien alle Frauen, sagte ein Sprecher der Küstenwache am Montag.


In der Nacht auf den 7. Oktober ist es erneut zu einem schweren Bootsunglück im Mittelmeer gekommen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration sind vor Lampedusa mindestens 13 Menschen ertrunken. 22 weitere Flüchtlinge wurden gerettet, nach etwa 20 wird noch gesucht. Unter den Vermissten seien auch mindestens zwei Kinder sowie zwei Schwangere.

Das überladene Schiff hatte sich demnach kurz nach Mitternacht der Mittelmeerinsel genähert. Wegen des Seegangs und weil die plötzliche Bewegung der Menschen an Bord es aus dem Gleichgewicht brachte, kenterte das Boot rund elf Kilometer vor der Küste. Das Boot war in Tunesien in See gestochen, an Bord seien vor allem Tunesier und westafrikanische Flüchtlinge gewesen.

Die kleine Insel Lampedusa liegt rund 140 Kilometer vor Tunesien und ist derzeit verstärkt Ziel von Flüchtlingen, die eigenständig mit seeuntauglichen Booten über das Mittelmeer setzen. Erst am 3. Oktober hatten die Bewohner der Insel wieder der Toten eines grossen Unglücks gedacht: 2013 sank ein Schiff vor der Küste, mehr als 360 Migranten starben dabei. (sda/no)