Manifest-Initianten wollen auf Zürcher Reformprozess Einfluss nehmen

Eine Gruppe von Mitgliedern der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich hat ein Manifest verfasst: Es fordert für den Reformprozess «KirchGemeindePlus» eine Diskussion der inhaltlichen Strategie und eine politisch aktivere Kirche.

Die Arbeitsgruppe «Kirche für alle» sammelt zurzeit Unterschriften.
Die Arbeitsgruppe «Kirche für alle» sammelt zurzeit Unterschriften. (Screenshot change.org)

Die Arbeitsgruppe «Kirche für alle» hat auf der Petitionsplattform change.org eine Petition an den Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich gerichtet. In dem Manifest «Kirche für alle» fordern die Initianten den Kirchenrat dazu auf, einen inhaltlichen Strategieprozess für das laufende Reformprojekt «KirchGemeindePlus» anzustossen. Die Arbeitsgruppe sei «überzeugt, dass die mit der Reform begonnene Anpassung der aktuellen kirchlichen Strukturen aufgrund von gesellschaftlichen und demografischen Veränderungen nötig ist», heisst es im Manifest. Zugleich müsse aber eine «weiterführende Diskussion über die Ziele und Aufgaben der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich» in Gang gesetzt werden. Dies sei Aufgabe des Kirchenrats.

Für eine politisch aktive Kirche

Mit ihrer Petition wollen die Initianten der Zürcher Kirche ein geschärftes Profil verleihen. «Je klarer das Profil der reformierten Kirche, desto grösser die Beteiligung der Bevölkerung», heisst es in den Erläuterungen zum Manifest. Strategie und Zielsetzungen müssten deshalb gemeinsam von Kirchenrat, Synode und Kirchgemeinden definiert werden. Zudem solle die Strategie möglichst basisnah in den Kirchgemeinden umgesetzt werden.

Mehr Profil fordern die Initianten auch in gesellschaftspolitischen Fragen. Die Landeskirche solle sich in Zukunft «verstärkt am gesellschaftspolitischen Diskurs beteiligen und sich in Offenheit gegenüber der ganzen Gesellschaft aktiv in die Wertediskussion einbringen», heisst es in Punkt 2 des Manifests.

Hundert Unterschriften angestrebt

Zu den Initianten zählen rund zwei Dutzend Mitglieder der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich, darunter Pfarrerinnen und Pfarrer und Mitarbeiter der Kirchenpflege verschiedener Zürcher Kirchgemeinden. Die Petition kann auf der Seite der Arbeitsgruppe «Kirche für alle» unterzeichnet werden. Sobald 100 Unterschriften erreicht sind, werde die Forderung beim Zürcher Kirchenrat eingereicht, hiess es auf Anfrage von ref.ch.

 

Zur Petition der Arbeitsgruppe «Kirche für alle»