Landesweite Proteste nach Koranschändung
Am Donnerstag wurde zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen in der schwedischen Hauptstadt Stockholm ein Koran bei einer islamfeindlichen Aktion verunglimpft. Schon eine Verbrennung Ende Juni hatte in der islamischen Welt für Empörung gesorgt. Die neue Aktion fiel in die muslimischen Neujahrsfeiern. Mutwillige Koranschändungen gelten im Iran als Blasphemie.
Die Beziehungen zwischen dem Iran und Schweden gelten seit langem als angespannt. Im Mai liess Irans Justiz einen schwedisch-iranischen Staatsbürger nach Terrorvorwürfen hinrichten. Schweden und die EU verurteilten die umstrittene Exekution aufs Schärfste. Teheran fordert von Schweden die Freilassung des Staatsangehörigen Hamid N., der wegen der Beteiligung an Massenhinrichtungen von politischen Gefangenen zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.
Zu Protesten gegen die Koran-Aktion kam es auch in anderen muslimischen Ländern. Die Türkei verurteilte den Angriff «aufs Schärfste», wie das Aussenministerium verlauten liess. Saudi-Arabien reagierte ebenfalls und bestellte den schwedischen Botschafter in Riad ein. (sda/dpa/no)