Landessynode verlangt umfängliche Aufklärung
Auf der ersten Landessynode seit dem Rücktritt von Präses Annette Kurschus hat die westfälische Kirche die Verdienste der 60-jährigen Theologin gewürdigt und «umfängliche Aufklärung» des mutmasslichen Missbrauchfalls versprochen. «Sexualisierte Gewalt im Zusammenhang kirchlicher Arbeit war und ist niemals hinnehmbar», erklärte das Kirchenparlament nach der Zusammenkunft in Bielefeld. Nötig sei nun eine gründliche und selbstkritische Betrachtung aller Vorgänge.
Kurschus wird vorgeworfen, sie sei nicht transparent mit einem mutmasslichen Fall sexualisierter Gewalt an ihrem früheren Wirkungsort Siegen umgegangen. Am vergangenen Montag trat sie von ihren Ämtern als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und als Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen zurück.
Der mögliche Missbrauchsfall war im März der Staatsanwaltschaft gemeldet worden. Öffentlich wurde er erst durch einen Bericht der «Siegener Zeitung» am 11. November, unmittelbar vor der EKD-Synode. In der Folge war massiver Druck auf Kurschus entstanden, die den mutmasslichen Täter sehr gut kennt. (epd/ hz)