Längere Gesuchsfrist für ehemalige Verdingkinder gefordert

Politiker und Betroffenen-Organisationen fordern, dass die Gesuchsfrist für Entschädigungen für ehemalige Verdingkinder verlängert wird. Doch der Vorschlag ist umstritten.


Frühere Verdingkinder und «administrativ Versorgte» können noch bis zum 31. März ein Gesuch für eine Entschädigung beim Bund einreichen. Doch nun fordern unter anderem Regula Rytz, Parteipräsidentin der Grünen, eine Verlängerung. «Die Grünen werden sich dafür einsetzen, dass die Zeichen der Hoffnung nicht gleich wieder abgewürgt werden», wird sie in einem Artikel des Blicks vom 7. Januar zitiert. Eine Fristverlängerung sei deshalb nötig.

Unterstützung erhält Rytz von SP-Ständerat Claude Janiak. Er würde eine Verlängerung unterstützen, wenn Vertreter der Betroffenen sie verlangen.

SP-Nationalrätin gegen Fristverlängerung

Doch die Verlängerung der Frist ist umstritten – auch innerhalb der Parteien. So spricht sich beispielsweise SP-Nationalrätin Evi Allemann gegen eine Verlängerung aus. «Die Opfer hatten meines Erachtens ausreichend Zeit für die Einreichung von Gesuchen», wird sie zitiert. Und auch Luzius Mader, Delegierter für Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Stellvertretender Direktor des Bundesamts für Justiz, sagt, dass der Termin Ende März fix sei. Man brauche irgendwann die Gewissheit, wie viele Gesuche auf den Bund zukommen, damit die finanzielle Obergrenze von 300 Millionen Franken eingehalten werden könne.

Eine Alternative zur Fristenverlängerung kann sich der Zuger FDP-Ständerat Joachim Eder vorstellen. Laut Elder wäre es ein ebenso starkes Zeichen, wenn stattdessen zumindest ein Teil der nicht beantragten Gelder jenen Institutionen zur Verfügung gestellt würden, die sich für die Betroffenen einsetzen. (bat)