Kolumbien
Jährlich werden fast 100 Menschenrechtsaktivisten getötet
Die Vereinten Nationen beklagen anhaltende Gewalt gegen Menschenrechtsverteidiger in Kolumbien. Das UN-Menschenrechtsbüro teilte in Genf mit, dass im südamerikanischen Land im Durchschnitt knapp 100 Aktivisten pro Jahr getötet werden.
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, erklärte, Kolumbien bleibe trotz Fortschritten einer der gefährlichsten Orte für Menschenrechtsverteidiger. Zwischen 2016 und 2025 wurden laut einem Bericht 972 Aktivisten getötet, allein 99 im Jahr 2025.
Die Gewalt steht häufig im Zusammenhang mit dem Einfluss bewaffneter Gruppen, die ganze Regionen kontrollieren wollen. Dieses strukturelle Problem müsse gezielt angegangen werden, heisst es im Bericht.
Seit den 1960er Jahren prägt ein bewaffneter Konflikt zwischen Staat, Guerilla und paramilitärischen Gruppen das Land. Rund 300'000 Menschen wurden getötet, etwa sieben Millionen vertrieben. Die Gruppen finanzieren sich vor allem durch Kokainproduktion und illegalen Bergbau, was auch die Umwelt belastet.
Präsident Gustavo Petro, seit 2022 im Amt, will den Friedensprozess vorantreiben. Vor den anstehenden Präsidentschaftswahlen bleibt die Gewalt eines der zentralen Themen. (epd/ hz)