Kirchliche Internet-Seelsorge läuft heiss

Die Anfragen beim kirchlichen Portal «Seelsorge.net» haben sich im ersten Halbjahr 2020 nahezu verdoppelt. Die Corona-Pandemie habe bereits bestehende persönliche Probleme vieler Menschen noch verschärft.


Die Berater des kirchlichen Seelsorgedienstes «Seelsorge.net» haben in den ersten sechs Monaten des Jahres mehr als 3’500 E-Mails an Menschen in Not geschrieben. Im Vergleich zum Vorjahr sei dies ein Zuwachs von 42 Prozent, heisst es in einer Mitteilung der Organisation vom 11. August.

Der markante Anstieg von Erstkontakten seit April dieses Jahres zeige, dass die Corona-Pandemie einen grossen Einfluss auf die mentale und seelische Gesundheit der Menschen habe. Selten sei das Corona-Virus jedoch der alleinige Auslöser für die Kontaktaufnahme gewesen. Vielmehr habe die Pandemie bereits bestehende Probleme wie zum Beispiel schwierige Beziehungen oder familiäre Konflikte zusätzlich verstärkt, heisst es in der Mitteilung weiter.

Vergrössertes Team

Aufgrund der gestiegenen Anfragen hat «Seelsorge.net» sein Team von Freiwilligen inzwischen von 21 auf 30 Seelsorgerinnen aufgestockt. Mit dem vergrösserten Team erhoffe sich die Organisation, auch längerfristig mehr Menschen in Not beraten zu können.

Die Beratungen sind kostenlos und anonym und richten sich ungeachtet der religiösen Zugehörigkeit an alle Bevölkerungsgruppen der Schweiz. Getragen wird die Internet-Seelsorge von der Reformierten Kirche Kanton Zürich, der Reformierten Kirche Aargau, dem katholischen Stadtverband Zürich sowie der Katholischen Kirche im Kanton Zürich. (no)