Wallis

Kirchensteuern bleiben obligatorisch

Steuerpflichtige im Kanton Wallis sollten selber entscheiden können, ob sie Kirchensteuern zahlen wollen. Dies forderten zwei FDP-Grossräte in einer Motion. Im Parlament blieb das Vorhaben chancenlos.

Was die Kirchensteuern angeht, ist der Kanton Wallis ein Sonderfall: Anders als in anderen Kantonen werden die Kirchen aus den Gemeindesteuern finanziert. Jede Steuerpflichtige entrichtet demnach rund zwei Prozent der Gemeindesteuern an die Kirchen.

Daran störten sich die FDP-Grossräte Marcel Delasoie und David Crettenand. In einer Motion forderten sie, dass die Kirchensteuer transparenter gestaltet wird. So sollten Steuerpflichtige die Möglichkeit haben, in der Steuererklärung anzukreuzen, ob sie Kirchensteuern zahlen wollen. Bislang wurden diese automatisch erhoben.

«Beitrag zum sozialen Frieden»

Im Walliser Kantonsparlament blieb dieser Vorstosse allerdings chancenlos, wie der «Walliser Bote» am 11. Juni berichtete. Mit 77 Ja- zu 42 Nein-Stimmen wurde das Vorhaben deutlich abgelehnt.

Die Gegner verwiesen unten anderem darauf, dass der Steuerzahler auch für andere Leistungen zahlen müsse, von denen er nicht direkt profitiere. Fabian Zurbriggen (SVP) betonte laut dem Bericht, dass die Kirche einen wichtigen Beitrag zum sozialen Frieden leiste. Diese Leistung müsse anerkannt werden. (no)