Kirchenbundspräsident Locher hat Flüchtling aufgenommen

An der Abgeordneten-Versammlung (AV) des Kirchenbundes SEK hat Präsident Gottfried Locher im «Wort des Ratspräsidenten» publik gemacht, dass er vor kurzem bei sich zu Hause ein eritreisches Mädchen aufgenommen hat. Unzufrieden war die AV mit den Arbeiten zum Reformationsjubiläum des SEK.

Gottfried Locher an der AV in Bern.
Gottfried Locher an der AV in Bern. (Bild: SEK)

Locher hat sich an der AV zur Flüchtlingsthematik geäussert und die Versöhnung als wichtiges Ziel der Kirchen genannt. Die Welt erlebe eine seit Jahrzehnten beispiellose Flüchtlingskatastrophe. Für diese Krise gebe es keine raschen Lösungen, so Locher in seinem «Wort des Ratspräsidenten» vor den rund 70 Delegierten am 2. November in Bern.

Locher erwähnte dabei auch, dass seit kurzem ein eritreisches Mädchen in seinem Haushalt lebe. Sie sei eine sogenannte Uma, eine «unbegleitete minderjährige Asylsuchende». Das Mädchen, Simret mit Namen, sei im Februar 2015 in Eritrea aufgebrochen und über Äthiopien, Sudan, Libyen nach Basel und schliesslich in ein Auffanglager in Frutigen gekommen. Sein genaues Alter wisse es nicht («ungefähr 15»). Sie werde eine Weile bei den Lochers wohnen, «wir wissen nicht wie lange.»

 

Zum «Wort des Ratspräsidenten»

 

Weitere AV-Geschäfte, die am 2. und 3. November in Bern behandelt worden sind:

  •  Die AV nahm die Studie «Sorgt für das Recht» zum Verhältnis von Demokratie und Menschenrechte mit Wohlwollen auf. Die Herbst-AV 2014 hatte den Rat des Kirchenbundes beauftragt, die Studie zu erstellen.

 

  • Die theologische Geschäftsführerin des Zentrums für Kirchenentwicklung an der Universität Zürich Christina Aus der Au skizzierte am Beispiel dreier Reformatoren Herausforderungen zum Reformationsjubiläum.

 

  • Die AV zeigte sich unzufrieden mit den Arbeiten zum Reformationsjubiläum des SEK. Einzelne Abgeordnete wollten den Ratspräsidenten Locher zum Gesamtleiter der Projekte zum Jubiläum machen und ein externes Projektmanagement beauftragen. Locher stellte eine Sondersitzung des Rats in Aussicht, die in den kommenden zwei Wochen über Massnahmen beraten würde.

 

  • Die Abgeordneten genehmigten den Voranschlag 2016, der mit einem Defizit von knapp 10‘000 Franken rechnet.

 

  • Die Abgeordneten nahmen die Legislaturziele 2015-2018 des Rates zur Kenntnis. Wie in der vorherigen Legislatur orientieren sich die sechs Ziele am übergreifenden Motto «Evangelisch Kirche sein».

 

  • Die Abgeordneten wählten Claude Ruey als Präsident und drei weiter Mitglieder in den Stiftungsrat des Heks für die Amtsdauer 2016-2019. Die AV wählte ausserdem drei Mitglieder des Stiftungsrates von Brot für alle. Der Stiftungsrat von BfA wird erneut von Jeanne Pestalozzi-Racine präsidiert.