Nach Streichung der Fördergelder erklären sich Jungscharen & Co.

Acht christliche Jugendverbände erklären ihre Ziele und Arbeitsweise in einer Charta. Sie reagieren damit auf die Streichung der Fördergelder des Bundes vor zwei Jahren.


Die zentrale Aussage der Charta sei, dass christliche Jugendarbeit den ganzen Menschen fördere, schreibt die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) in einer Medienmitteilung vom Dienstag. Die Charta kläre Arbeitsweise und Ziele der Organisationen. Sie erläutere aber auch die Haltung der Jugendverbände zum Staat und nehme Stellung zur Religions- und Meinungsäusserungsfreiheit.

An der Erarbeitung der Charta waren acht christliche Jugendverbände beteiligt, darunter auch der Bund Evangelischer Schweizer Jungscharen (BESJ) oder die Jugendfachstelle der Evangelisch-methodistischen Kirche. Die Charta wird am 19. Mai in Bern der Öffentlichkeit präsentiert.

Jugendverbände fühlen sich missverstanden

Sie sei auch eine Reaktion auf den Entscheid des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) von 2014, den christlichen Jugendverbänden die Fördergelder zu streichen, heisst es weiter. Seither fehlten in den Kassen der Jugendverbände jährlich über 670’000 Franken.

Das BSV stellte fest, dass viele christliche Jugendwerke die Glaubensförderung in den Mittelpunkt stellen. Dies entspreche nicht dem neuen Kinder- und Jugendförderungsgesetz, befand es. Junge Menschen sollen ganzheitlich gefördert und nicht für einen übergeordneten Zweck instrumentalisiert werden. Betroffene Jugendverbände fühlten sich von dieser Einschätzung missverstanden. Alle bisherigen Beschwerden der Jugendverbände gegen den BSV-Entscheid vor dem Bundesverwaltungsgericht wurden abgelehnt. (ku)