Kirchenbesetzung Basel: Kirchenrat weist Unterstellung zurück

Der Kirchenrat habe mit baldiger Räumung gedroht, sagen die Besetzer der Basler Matthäus-Kirche. Dieser weist das als Unterstellung zurück und will weitere Schritte beraten.

Ein Eingang zur Kirche St. Matthäus in Kleinbasel. Die Gruppe «Wir bleiben» besetzt das Untergeschoss der Kirche seit dem 7. Februar 2016. (Bild: zVg)

Der Kirchenrat der reformierten Kirche Basel-Stadt reagierte am Mittwoch umgehend auf eine Aussage der Besetzergruppe «Wir bleiben», der Kirchenrat habe mit Räumung gedroht. «Dies ist falsch; der Kirchenrat weist diese Unterstellung in aller Form zurück», heisst es in einer Medienmitteilung. Richtig sei vielmehr, dass der Kirchenrat im Gespräch den Wunsch geäussert habe, dass «Wir bleiben» die Kirche in den nächsten Tagen von sich aus verlasse. Weiter habe er erneut darauf hingewiesen, dass ein Kirchenasyl im rechtlichen Sinne nicht existiere. «Der Kirchenrat ist enttäuscht, dass ‹Wir bleiben› den Weg über die Medien gewählt hat «und mittels einseitiger Information die Konfrontation sucht». Er schreibt, er behalte sich weitere Schritte vor und werde «in den nächsten Tagen darüber beraten».

Auf Verbleib in Kirche angewiesen

Die Gruppe «Wir bleiben» und vier abgewiesene Asylbewerber, die seit dem 7. Februar die reformierte Basler Matthäuskirche besetzen, hatten sich am Mittwoch erstmals in einer Erklärung an die Öffentlichkeit gewandt. «Wir sind nicht in der Kirche, weil wir in der Kirche sein wollen, sondern weil sie uns den notwendigen Schutz vor gewaltsamen Ausschaffungen bietet», heisst es darin. Sie hätten letzte Woche ein Gespräch mit dem Kirchenrat geführt. «Dieser drohte mit einer baldigen polizeilichen Räumung».