Solothurn
Giftige Dämpfe in reformierter Kirche
Aktuell finden in der reformieren Kirche im solothurnischen Bellach weder Gottesdienste noch andere Veranstaltungen statt. Das schreibt die «Solothurner Zeitung» in einem Artikel. Der grosse Hauptraum bleibt vorerst geschlossen, weil er mit Formaldehyd belastet ist.
Festgestellt wurden die giftigen Dämpfe bei einer Sitzung zur geplanten Sanierung des benachbarten Kirchgemeindesaals. Gegenüber der «Solothurner Zeitung» sagt die Liegenschaftsverantwortliche im Kirchgemeinderat Solothurn, Andrea Ernst: «Ein auffälliger Geruch liess die Vorsitzende der Baukommission den Verdacht schöpfen, dass die Luft kontaminiert sein könnte, worauf sie umgehend Messungen veranlasst hat.»
Die Resultate lagen Ende August vor und zeigten, dass die vom Bundesamt für Gesundheit vorgegebenen Grenzwerte deutlich überschritten wurden. Ihr sei aber nicht bekannt, sagt Ernst, «dass es Personen gibt, die Anzeichen auf Beschwerden gezeigt haben». Die temporäre Schliessung sei vorsorglich.
Gemäss Recherchen der «Solothurner Zeitung» wurde Formaldehyd in der Schweiz über Jahrzehnte vor allem in Kunstharzen, Klebestoffen und Holzwerkstoffen eingesetzt. Anders als bei Asbest sei Formaldehyd jedoch erst bei höheren und langfristigen Belastungen gesundheitsschädigend, zitiert die Zeitung den Leiter Schadendienst beim kantonalen Amt für Umwelt, Stefan Gyr.
Nach Angaben von Andrea Ernst könne die Kirche erst nach der Sanierung wieder genutzt werden und bleibe bis frühestens Sommer 2026 geschlossen. Für Gottesdienste und andere Anlässe wurden Alternativen gefunden. Kurfristig werde in die Kirche Langendorf, langfristig in die Stadtkirche Solothurn ausgewichen. Ausserdem bleibt der Kirchgemeindesaal in Bellach uneingeschränkt geöffnet. (hz)