Kein «Islamlehrstuhl» für die Universität Zürich

An der Universität Zürich wird es keinen Lehrstuhl für Islamische Theologie und Bildung geben. Die Gastprofessur, welche im September eingerichtet wurde, soll einen Beitrag zu einer offenen Auseinandersetzung mit dem Thema leisten, schreibt der Regierungsrat am 12. November.

Die Universität Zürich plant keinen «Islamlehrstuhl».
Die Universität Zürich plant keinen «Islamlehrstuhl». (Bild: wikimedia/Roland zh, CC BY-SA 3.0)

 

Es sei zwar keine Schaffung eines Lehrstuhls geplant, die Universität Zürich richte jedoch für die nächsten drei Jahre eine Gastprofessur für Islamische Theologie und Bildung ein. Jeweils im Herbstsemester wird ein Gastdozent drei Lehrveranstaltungen pro Woche anbieten. Im laufenden Semester führt Islamwissenschafter Abbas Poya durch die Vorlesungen.

Befürchtung von «Zwischenschritt»

Die Kantonsräte von SVP, BDP und EDU befürchteten in der Gastprofessur «einen Zwischenschritt» für die Errichtung eines Islamlehrstuhls. Ein solcher liegt gemäss Universität nicht vor. In den Veranstaltungen würden ausschliesslich wissenschaftlich-akademische Anliegen verfolgt, berichtigt der Regierungsrat.

Eine «vernunftgeleitete Auseinandersetzung»

Mit der Gastprofessur will die Universität einen Beitrag dazu leisten, eine offene und vernunftgeleitete Auseinandersetzung mit dem Islam zu ermöglichen, was in der Schweiz bisher kaum stattgefunden habe. (sda)