USA

«Kannibale von Oklahoma» hingerichtet

Gut die Hälfte aller US-Amerikaner befürwortet die Todesstrafe für Mord. Die bisher letzte Hinrichtung in diesem Jahr wurde nun an einem 45-jährigen Sexualstraftäter vollzogen.

In den USA sind in diesem Jahr 25 Menschen hingerichtet worden, ein Verurteilter mehr als 2023. Dabei wurden die Hinrichtungen in nur neun der 50 Bundesstaaten vollstreckt, wie aus einem am Todesstrafen-Informationszentrum in Washington vorgestellten Bericht hervorgeht. An erster Stelle steht Alabama mit sechs Hinrichtungen, gefolgt von Texas (5) sowie Missouri und Oklahoma (jeweils 4).

Im Verlauf dieses Jahres wurden zudem weitere 26 Täter zum Tod verurteilt, wie es in dem Report heisst. Diese wurden in zehn Staaten gefällt, am meisten davon in Florida (7). Dort gilt seit 2023 ein Gesetz, demzufolge Geschworene nicht einstimmig für die Todesstrafe votieren müssen. Es genügen acht von zwölf Stimmen.

2180 zum Tod Verurteilte sind dem Report zufolge gegenwärtig im Todestrakt eingesperrt, davon mit Abstand die meisten in Kalifornien, gefolgt von Florida, Texas und Alabama. In Kalifornien ist seit 2006 niemand mehr hingerichtet worden.

Die bisher letzte Hinrichtung wurde 2024 am Donnerstag in Oklahoma per Giftspritze an dem 45-jährigen Kevin Underwood vollstreckt. Underwood wurde an seinem Geburtstag hingerichtet. Er hatte 2006 die zehnjährige Jamie Rose Bolin sexuell missbraucht und laut Urteil brutalst umgebracht. Später wollte er sie essen, weshalb er «Kannibale von Oklahoma» genannt wurde. Underwood sei psychisch schwer krank, erklärten seine Verteidiger.

Laut einer Umfrage des Instituts Gallup befürworten 53 Prozent der US-Amerikaner die Todesstrafe für Mord. Mitte der 1990er Jahre lag die Zustimmung noch bei 80 Prozent. Die Mehrheit der Menschen im Alter von 18 bis 43 ist demnach gegen die Todesstrafe. (epd/ no)

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