Iran holt Sittenwächter auf Strassen zurück
Verstösse gegen die Kopftuchpflicht werden im Iran wieder stärker verfolgt. In einem ersten Schritt schickt die iranische Führung die berüchtigten Sittenwächter zurück auf die Strassen. Und in Zukunft soll die Kontrolle der Kopftuchpflicht durch Überwachungstechnik erfolgen.
Online veröffentlichte Fotos von Frauen ohne Kopftuch sollen Konsequenzen haben. Restaurants, Museen oder Einkaufspassagen müssen mit Schliessung rechnen, wenn dort gegen die Verhüllungspflicht verstossen wird. Das sieht ein neues Gesetz vor, über welches das iranische Parlament in Kürze abstimmen wird.
Dieses Gesetz sieht Strafen vor wie Geldbussen, Berufsverbote oder Gefängnis. Es wird seit Monaten kontrovers diskutiert und von vielen Seiten kritisiert. Einflussreiche Konservative fordern noch härtere Strafen.
Nach den Demonstrationen gegen die politische und religiöse Führung im vergangenen Herbst war die Sittenpolizei von den Strassen der iranischen Städte verschwunden. Die Proteste ausgelöst hatte der Tod einer jungen Frau in Polizeigewahrsam, nachdem sie wegen eines Verstosses gegen die Kleidungsvorschriften verhaftet worden war. Die Proteste wurden brutal niederschlagen, sieben Demonstranten hingerichtet und Tausende festgenommen. (sda/dpa/dst)