Herr Locher, warum hat die Delegation diese Reise gemacht?
Gottfried Locher: Wir wollten uns mit eigenen Augen ein Bild von der Situation im Libanon machen. Dazu sind wir bis nahe an die syrische Grenze gereist. Wir haben mit Flüchtlingsfamilien sprechen können, mit Kirchen- und Hilfswerksleuten, und hatten Audienzen bei den drei wichtigsten muslimischen Autoritäten des Landes.
Die Delegation war im Bekaa-Tal nur 20 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. War das nicht fahrlässig?
Wir gingen dorthin, wo sich auch die Flüchtlinge in Sicherheit gebracht hatten. Wenn es für sie dort sicher genug ist, sollten wir uns vermutlich auch nicht beklagen.
Hatten Sie nie Angst auf der viertägigen Reise?
Am ehesten im Strassenverkehr, der ziemlich chaotisch für Nichteingeweihte ist. Mulmig wurde es mir auch in Südbeirut beim Besuch des schiitischen Scheichs. Dessen Residenz gleicht einem militärischen Hauptquartier. Gleich dahinter ist vor 14 Tagen die verheerende Bombe explodiert, die über vierzig Menschen tötete.





