Gottfried Locher und Markus Büchel bereisen seit dem 23. November mit einer ökumenischen Delegation den Libanon. Sie besuchten mehrere christliche Hilfsprojekte und Flüchtlingsfamilien im Bekaa-Tal nahe der syrischen Grenze, trafen Führer verschiedener libanesischer Religionsgemeinschaften und Vertreter der evangelischen Synode des Nahen und Mittleren Ostens. Vor allem die Audienzen bei drei muslimischen Würdenträgern (den Oberhäuptern der Sunniten, der Schiiten und der Drusen) wurden von den libanesischen Medien gut beachtet.
Parallelen zwischen der Schweiz und dem Libanon
An einer Pressekonferenz am 26. November in Antelias, einem Vorort von Beirut, veröffentlichten Büchel und Locher eine gemeinsame Erklärung zur Religionsfreiheit. Darin wird sie als wichtige Ressource für die Zukunft einer multikulturellen Gesellschaft bezeichnet. Ein dauerhafter Frieden sei nur möglich, wenn die Religionsfreiheit gewährleistet sei. Diese müsse auf gegenseitigem Respekt basieren.
An der Pressekonferenz, die die libanesischen Medien ebenfalls gut beachteten, wurden auch die Parallelen zwischen der Schweiz und dem Libanon unterstrichen: Beide Länder lebten in einer vielfältigen, multikulturellen und multikonfessionellen Gesellschaft, auch wenn Orient und Okzident unter Religionsfreiheit nicht genau das Gleiche verstünden.
Gerade christliche Werte wie Glaube, Liebe, Hoffnung seien für das Zusammenleben essenziell. Vergleichbare Werte seien aber auch in anderen Religionen zu finden. Die Delegation betonte an der Konferenz zudem, wie wichtig der Augenschein vor Ort sei, um die Probleme und Herausforderungen des Libanons und des Nahen Ostens zu verstehen.