Kriegerische Handlungen
Hungersnot zwingt Sudanesen zur Flucht
Der Krieg im Sudan hat eine der schlimmsten humanitären Krisen der jüngeren Vergangenheit ausgelöst. In dem nordostafrikanischen Land hungern nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 24 Millionen Menschen. Von einer Bevölkerung von knapp 47 Millionen Menschen brauchen demnach über 30 Millionen Hilfe.
Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk sind etwa zwölf Millionen Menschen auf der Flucht vor der Gewalt. Rund vier Millionen von ihnen haben den Sudan verlassen und in Ländern wie Ägypten, Südsudan und Tschad Zuflucht gesucht.
Bei dem Krieg geht es im Kern um einen Machtkampf zwischen der regulären Armee und den paramilitärischen «Rapid Support Forces» (RSF). Beide Konfliktparteien waren nach dem Sturz des autoritären Staatschefs Omar al-Baschir im Jahr 2019 Verbündete und Teil einer Übergangsregierung. Die heutigen Konfliktparteien gingen gemeinsam gegen zivile Akteure vor, die sich für eine Demokratisierung des Landes einsetzten.
Beiden Seiten werden massive Kriegsverbrechen vorgeworfen, darunter das Blockieren von Hilfe und das Einsetzen von Hunger als Kriegswaffe. Auch werden Hilfsorganisationen immer wieder angegriffen.
Der Krieg begann mit Kämpfen in der Hauptstadt Khartum, weitete sich aber schnell auf andere Teile des Landes aus. Besonders dramatisch ist die Lage in der westlichen Region Darfur, die zu weiten Teilen von der RSF-Miliz kontrolliert wird. Für Teile der Region wurde in der Vergangenheit bereits eine Hungersnot ausgerufen, die höchste und gravierendste Stufe einer Hungerkrise. (epd/ jow)