Deutschland

Holocaust-Überlebender Turski gestorben

Der Präsident des Internationalen Auschwitz-Komitees, Marian Turski, ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Am Gedenktag der Befreiung in Auschwitz im Januar hatte er noch eine Rede gehalten.

Der Holocaust-Überlebende Marian Turski ist tot. Der polnische Journalist und Präsident des Internationalen Auschwitz-Komitees starb im Alter von 98 Jahren, wie das Komitee mitteilte. Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nannte ihn in einem Kondolenzschreiben einen «wahren Freund und einen grossen Kämpfer um Erinnerung».

Turski hatte am 80. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung am 27. Januar noch eine Rede gehalten. Darin schärfte er den Anwesenden ein, es gebe ein «elftes Gebot» und dieses laute: «Sei nicht gleichgültig!».

Christoph Heubner, der Vizepräsident des Auschwitz-Komitees, würdigte Turski als «Freund, Bruder und Leidensgefährten» der Überlebenden des NS-Konzentrationslagers Auschwitz. Turski sei in aller Welt als wirkmächtiger Vertreter ihrer Erinnerungen und als Stimme ihrer ermordeten Angehörigen gehört worden.

Bis in seine letzten Lebenstage hinein habe er als Journalist und Zeitzeuge die politischen Entwicklungen mit zunehmender Sorge verfolgt, sagte Heubner. «Er war bestürzt angesichts des europaweiten Aufflammens antisemitischer und rechtsextremer Ideologien und der rhetorischen Gewalt, mit der die Repräsentantinnen und Repräsentanten dieser Ideologien besonders junge Menschen zu radikalisieren versuchen», sagte er.

Marian Turski wurde als Jugendlicher gemeinsam mit seiner Familie im Ghetto der polnischen Stadt Lodz inhaftiert und von dort in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Er überlebte den Todesmarsch, der von Auschwitz in westlicher gelegene Konzentrationslager führte. Als junger Mann wurde er aus dem Lager Theresienstadt befreit. Im Konzentrationslager Auschwitz wurden zwischen 1940 und 1945 mindestens 1,1 Millionen Menschen ermordet. Das Lager wurde zum Symbol der nationalsozialistischen Judenverfolgung. (epd/ dst)

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