Heks unterstützt Opfer des Dammbruchs in Brasilien

Zum zweiten Mal nach 2015 kam es im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais zu einer verheerenden Minen-Katastrophe. Das Hilfswerk Heks fordert, dass die Verantwortlichen endlich zur Rechenschaft gezogen werden.


Zwei Wochen nach dem Dammbruch in einem Eisenerz-Bergwerk im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais ist die Zahl der Todesopfer auf 150 gestiegen. Ungefähr 200 Menschen werden vermisst. Zudem sind verseuchte Schlammassen in die lokalen Gewässer gedrungen, wodurch die Trinkwasserversorgung ganzer Regionen gefährdet ist.

Durch den Dammbruch drohe eine «enorme Katastrophe» für über 500 Gemeinden in fünf Bundesstaaten, schreibt das Hilfswerk Heks in einer Mitteilung vom 7. Februar. Gemeinsam mit seinem brasilianischen Partner Cese unterstützt das Hilfswerk deshalb die freiwilligen Helferinnen und Helfer vor Ort. Ziel sei es, möglich rasch den Zugang zu Wasser und Lebensmitteln herzustellen und die Opfer psychologisch zu betreuen.

Eine Katastrophe, die sich wiederholte

Zusammen mit weiteren Organisationen fodert das Heks zudem, dass die Verantwortlichen des Dammbruchs zur Rechenschaft gezogen werden. Ebenso müssten weitere Massnahmen wie die Reparationszahlungen an die betroffene Bevölkerung und die Regulierung der brasilianischen Bergbauindustrie in die Wege geleitet werden.

Bereits 2015 kam es zu einem Dammbruch in einem Eisenerzwerk des Bergbaukonzerns Vale in demselben Bundesstaat. Bis heute sei das damals verschüttete Bergdorf Bento Rodrigues nicht wiederaufgebaut worden, schreibt das Hilfswerk. Auch warteten die Opfer nach wie vor auf Wiedergutmachungszahlungen. Weiter kritisiert das Heks, dass kein einziger Vertreter des Konzerns, der sein Steuerdomizil in der Schweiz hat, zur Rechenschaft gezogen worden sei. Bussgelder in Millionenhöhe an die brasilianische Umweltbehörde stünden noch immer aus. (no)