Heks und Caritas sammeln für Opfer von Zyklon «Idai»

Die Hilfswerke unterstützen die Betroffenen in den überfluteten Gebieten mit Nothilfe. Wegen der katastrophalen Lage in Mosambik steigt die Gefahr von Seuchen. Bereits sind erste Cholera-Fälle bestätigt.


Das Hilfswerk der evangelischen Kirchen Schweiz (Heks) startete einen Spendenaufruf, um die Betroffenen in Mosambik und Simbabwe mit Nothilfemassnahmen zu unterstützten. Derzeit laufen Abklärungen, über welchen Partner die Nothilfe eingeleitet wird, schreibt das Hilfswerk auf seiner Website. Auch die Hilfsorganisation Caritas leistet laut einer Mitteilung vom 26. März Nothilfe vor Ort. Man habe dafür bereits eine halbe Million Franken zur Verfügung gestellt.

Fast zwei Millionen Menschen betroffen

Die Lage in den überfluteten Gebieten ist katastrophal. Im mosambikanischen Katastrophengebiet breitet sich Cholera aus. Die Regierung bestätigte am 27. März offiziell fünf nachgewiesene Fälle in der Küstenstadt Beira und der Umgebung. Es wird aber mit einem dramatischen Anstieg und weiteren gefährlichen Krankheiten in der 500’000-Einwohner-Stadt gerechnet, die vom Zyklon Idai am 14. März komplett verwüstet worden war.

Nach Angaben der Koordinierungsstelle für Humanitäre Angelegenheiten der UN sind rund 1,85 Millionen Menschen in Mosambik von der Unwetter-Katastrophe betroffen. Die Zahl der Toten in Mosambik, Simbabwe und Malawi wird derzeit mit rund 700 angegeben, auch wenn Helfer weiter steigende Zahlen befürchteten.

Menschen müssen aus Pfützen trinken

In der Region Beira habe der Tropensturm die Wasserversorgung erheblich beschädigt, erklärte der Nothilfekoordinator von «Ärzte ohne Grenzen», Gert Verdonck. Viele Menschen in der Region hätten keinen Zugang zu Trinkwasser. «Das bedeutet, sie haben keine andere Wahl, als aus verunreinigten Brunnen zu trinken, andere trinken sogar aus Pfützen am Strassenrand.» Immer mehr litten an Durchfall. In den kommenen Tagen und Wochen sei ein massiven Anstieg von Krankheiten durch unsauberes Wasser, von Haut- und Atemwegsinfektionen und von Malaria zu erwarten.

«Ärzte ohne Grenzen» unterstütze die Gesundheitsbehörden bereits dabei, Patienten zu behandeln, die vermutlich an Cholera erkrankt seien, sagte Verdonck. Schon jetzt behandelten die Teams mehr als 200 Patienten am Tag.

Inzwischen wurden laut Regierungsangaben 130’000 Menschen in Lagern mit Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten versorgt. Das Hochwasser sei in den meisten Gebieten zumindest so weit zurückgezogen, dass die dort Eingeschlossenen erstmals erreichbar seien. (epd/mey)