«Heilungen» von Homosexuellen in Deutschland verboten

Die umstrittenen Behandlungen zur Änderung der Sexualität oder der geschlechtlichen Identität sind in Deutschland künftig bei Minderjährigen ganz untersagt, bei Volljährigen teilweise.


Der deutsche Bundesrat gab am 5. Juni grünes Licht für das Verbot sogenannter Konversionsbehandlungen. Insbesondere Minderjährige sollen damit vor schädlicher Beeinflussung geschützt werden.

Verboten werden Therapien, die eine Änderung oder Unterdrückung der sexuellen Präferenz oder der Geschlechtsidentität zur Folge haben. Geschlechtsumwandlungen, die die selbst empfundene Identität unterstreichen, sind davon ausdrücklich ausgenommen. Das gilt auch für Behandlungen von Störungen wie Exhibitionismus und Pädophilie.

Bei Verstössen Gefängnis oder Geldstrafe

Verstösse gegen das Verbot können mit bis zu einem Jahr Gefängnis oder Geldstrafe geahndet werden. Auch das Werben oder Vermitteln von umgangssprachlich «Homo-Heilung» genannten Angeboten wird bestraft. Bei Verstoss droht eine Geldbusse in Höhe von bis zu 30’000 Euro.

Das Verbot gilt grundsätzlich für Therapien an Minderjährigen, aber auch für solche an Volljährigen, wenn deren Einwilligung auf einem Willensmangel beruht, wie es im Gesetzestext heisst. Konversionstherapien verursachen Experten zufolge oft Ängste und Unsicherheiten bei den Menschen, die angeblich behandelt werden sollen. (epd/mos)