Fussball: Kritik an Verbot von «Jesus liebt mich»-Shirts

Vertreter der deutschen Fussball-Bundesliga lehnen das Verbot religiöser Botschaften auf T-Shirts von Spielern ab.


«Man sollte respektieren, dass Spieler bei bestimmten Themen eine bestimmte Meinung haben», sagte der Präsident von Hannover 96, Martin Kind. Es sei ein «tolles Signal, dass sie einen Glauben haben und daraus Stärke ziehen». Ähnlich äußerte sich der Trainer des VfL Wolfsburg, Dieter Hecking: «Das ist ein Eingriff in die Privatsphäre eines Menschen, da kann ich nur den Kopf schütteln.» Beide äusserten sich bei der Aufzeichnung der evangelischen TV-Talkshow «Tacheles». Die Sendung wird voraussichtlich am 1. Juni um 13 Uhr auf «Phoenix» ausgestrahlt.

Mit Blick auf die Fussball-WM in Brasilien hatte der Weltverband Fifa im März bekräftigt, dass politische, religiöse oder persönliche Botschaften auf der Unterwäsche von Spielern verboten sind. Das betrifft etwa T-Shirts mit der Aufschrift «Jesus liebt dich» oder «Allah ist groß», die die Spieler unter ihren Trikots tragen. Kopftücher für Frauen oder Turbane sind hingegen erlaubt. Eine entsprechende Vorschrift gibt es bereits seit 2007, ab 1. Juni sollen Verstösse aber konsequent bestraft werden. Die Weltmeisterschaft beginnt am 12. Juni.

Hecking berichtete bei der Aufzeichnung von «Tacheles», er habe Spieler aus Südamerika in der Kabine gefragt, warum sie vor dem Spiel beten. «Es ging niemals um den Sieg», sagte er. «Es ging darum, Kraft zu bekommen, der Mannschaft zu helfen und darum, dass keiner verletzt wird.» Kind wandte sich strikt dagegen, Fußball zum Religionsersatz zu machen. Die Kirche müsse «dagegenhalten», wenn dieser Eindruck erweckt werde. Fussball sei ein Spiel.