Grossmünster-Pfarrer: «Zwingli war eine Wettertanne aus dem Toggenburg»

Christoph Sigrist, Pfarrer am Zürcher Grossmünster und Reformationsbotschafter, hat im Interview mit dem «Tages-Anzeiger» seinen Zwingli präsentiert: einen «knorrigen, widerständischen, profilierten Kopf».

Huldrych Zwingli (1484 - 1531)

Als er Pfarrer im Toggenburg war, habe er einen Zwingli entdeckt, der ihm unbekannt war, sagte Grossmünster-Pfarrer Christoph Sigrist dem «Tages-Anzeiger» am 29. Dezember. Er habe mehrere Dimensionen dieses Theologen entdeckt, die er fantastisch finde: «den Musiker, den Politiker, den Enkel eines Unternehmers, eines Weinbauern, der damals sehr bekannt war.»

Zwingli ist für Sigrist ein «musischer, ein lustvoller, mit dem ganzen Leben verbundener Mann» gewesen. Er sei getrieben worden von der Idee, «dass die Freiheit des Glaubens jedem Einzelnen zugesprochen werden sollte». Er habe ein unglaubliches Gerechtigkeitsempfinden gehabt und erinnere Sigrist an den Schwingerkönig Nöldi Forrer, den Sigrist konfirmiert hatte.

«Ich glaube wirklich, dass wir ihn uns vorstellen müssen als Wettertanne vom Toggenburg: ein knorriger, widerständischer, profilierter Kopf, der die Obrigkeit überzeugen konnte», so Sigrist weiter.

 

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