GR: Ecopop gefährdet reformierte Kirche

Jede zweite Bündner Pfarrperson hat keinen Schweizer Pass. Ohne sie könnte die reformierte Kirche ihre Aufgaben aber nicht erfüllen, so der evangelische Kirchenrat. Unter anderem auch deshalb sei Ecopop abzulehnen.

Eine Weltkarte zeigt das prozentuale Bevölkerungswachstum pro Land.
(Bild: Wikimedia/Xiong Chiamiov)

Für die reformierte Bündner Kirche als Organisation sei Ecopop problematisch, schreibt der evangelische Kirchenrat in einer Stellungnahme. Jede zweite Pfarrperson im Kanton Graubünden hat keinen Schweizer Pass. Ohne die Pfarrpersonen aus Deutschland und weiteren Ländern könnte die reformierte Kirche ihre Aufgabe gegenüber der Bevölkerung nicht erfüllen, weil ihr ihr die nötigen Fachpersonen fehlten.

Ecopop gefährde zudem den Schutz der Menschwürde. Wer sich nach aussen abschotte, spalte auch nach innen. Denn Abschottung beeinträchtige die Fähigkeit, andere Menschen auch innerhalb der eigenen Grenzen zu akzeptieren.

Die Initiative lenke zudem davon ab, dass die Industrienationen Hauptverursacher der schädlichen CO2-Emissionen sind, heisst weiter. Wer die CO2-Emissionen einschränken wolle, müsse beim Energieverbrauch der Industriestaaten ansetzen und nicht bei der Anzahl Kinder in den ärmsten Ländern.

Der Vorschlag von Ecopop, 10 Prozent der Entwicklungsgelder für die Senkung der Geburtenrate einzusetzen, sei nicht zielführend. Geeignete Mittel, um das Bevölkerungswachstum in den Griff zu bekommen, seien Armutsbekämpfung, Bildung, die Stärkung der Rechte von Frauen, die Förderung politischer Mitsprache und Handelsbedingungen, welche wirtschaftliche Selbständigkeit ermöglichen.