Gottfried Locher appelliert an Nationalrat wegen Waffenexporten

Der Ratspräsident des Kirchenbundes, Gottfried Locher, fordert den Nationalrat auf, Nein zur Lockerung der Waffenexporte zu sagen. Ein erleichterter Export von Kriegsmaterial in Bürgerkriegsländer sei aus evangelisch-reformierter Sicht nicht akzeptabel.


Für den Mittwochmorgen hat der Nationalrat eine dringliche Debatte über die erleichterte Ausfuhr von Kriegsmaterial einberufen. Aus diesem Anlass appelliert nun der Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), Gottfried Locher, an die Parlamentarierinnen und Parlamentarier. In einem Brief vom 25. September fordert er sie auf, Nein zur Lockerung der Waffenexporte zu sagen.

«Grösstes menschliches Leid»

Wer die Ausfuhr von Kriegsmaterial in Bürgerkriegsländer ermögliche, fördere nicht den Frieden, sondern den Krieg, schreibt Locher. Dies verursache «grösstes menschliches Leid». Gerade Schweizerinnen und Schweizer, die im Frieden leben dürften, müssten für jene einstehen, denen der Frieden versagt sei.

In dem Schreiben beruft sich Locher auf christliche Werte und das reformatorische Erbe. Aus evangelisch-reformierter Sicht sei ein erleichterter Export von Kriegsmaterial nicht akzeptabel. Zum Kern des christlichen Glaubens gehöre vielmehr «die Verheissung von Frieden und der stete Einsatz dafür».

Zürcher Kirchenrat forderte Stellungnahme

Die Lockerung der Waffenexporte war vom Bundesrat im Juni angekündigt worden und stiess in kirchlichen Kreisen auf starken Widerstand. So protestierten im Juli Zürcher Pfarrerinnen und Pfarrer in einem offenen Brief an den Bundesrat gegen den Entscheid. Anfang September forderte der Kirchenrat der Reformierten Landeskirche des Kantons Zürich mittels einer Interpellation eine Stellungnahme vom Kirchenbund. (no)