Krieg in der Ukraine

Geschwister-Scholl-Preis für Buch über Ukraine-Krieg

Katerina Gordeeva erhält die Auszeichnung für ihr Buch «Nimm meinen Schmerz. Geschichten aus dem Krieg». Darin porträtiert die Russin Überlebende des Ukraine-Kriegs.

Sie ist Russin und beschreibt das Grauen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine: Die Journalistin Katerina Gordeeva wird im November mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet, wie es auf dessen Website heisst.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Stadt München verleihen ihr die Auszeichnung für das Buch «Nimm meinen Schmerz. Geschichten aus dem Krieg». Indem sie diese Geschichten erzählt, schaffe Gordeeva eine Verbindung zum Widerstand der Geschwister Scholl und der Weissen Rose, in deren Namen sie ausgezeichnet werde, schreibt die Jury.

In ihrem Buch schildert Gordeeva in 24 Porträts, überwiegend von Überlebenden aus der Ukraine, die Realität des Kriegs. Sie beschreibt das Leben inmitten von Zerstörung, die Bedrohung von Leib und Leben sowie den Verlust von Angehörigen und Freunden. Durch lange Passagen in direkter Rede lässt sie die Betroffenen selbst zu Wort kommen und zeichnet so ein schonungsloses Bild des Konflikts.

In ihren Interviews begegnet Gordeeva den Betroffenen auf Russisch – der Sprache des Aggressors, was das Gespräch für viele erschwert. Dabei beleuchtet sie auch ihre eigene schwierige Rolle als Reporterin aus einem Land, das Leid über ihre Gesprächspartner gebracht hat. Die Verantwortung, die sie für diesen Krieg empfindet, zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Arbeit. Ihr Ziel ist es, den Betroffenen Gehör zu verschaffen und die Grausamkeiten des Krieges aufzuzeigen.

Gordeeva, 1977 in Rostow am Don geboren, ist eine bekannte russische Journalistin. Nach der Annexion der Krim 2014 ging sie ins Exil und lebt heute in Lettland. Über ihren Youtube-Kanal, dem 1,68 Millionen Menschen folgen, veröffentlicht sie weiterhin Dokumentationen. Ihr Buch basiert auf einem Dokumentarfilm aus dem Jahr 2022, in dem sie geflüchtete Menschen porträtiert.

Der Geschwister-Scholl-Preis wird seit 1980 vergeben. Christa Wolf hat ihn 1987 erhalten für ihr Buch «Störfall» über die Tschernobylkatastrophe. 2009 wurde Roberto Saviano für seine Recherchen und Bücher über die italienische Mafia ausgezeichnet und 2011 Liao Yiwu für seinen literarischen Bericht «Für ein Lied und hundert Lieder» über die Zustände in chinesischen Gefängnissen. (dst)