Gedenktafel für Flüchtlinge aus Tschechoslowakei in Bern eingeweiht

Die Tafel erinnert an die rund 12'000 Tschechoslowaken, die nach der Niederschlagung des Prager Frühlings in die Schweiz geflüchtet waren.


Eine Gedenktafel in Bern erinnert neu daran, dass die Schweiz vor 50 Jahren nach der Niederschlagung des Prager Frühlings rund 12’000 Geflüchtete aus der damaligen Tschechoslowakei aufgenommen hat.

Die Tafel ist ein Geschenk von der Slowakischen Republik und der Tschechischen Republik. Bundesrätin Simonetta Sommaruga weihte sie am Dienstag im Staatssekretariat für Migration (SEM) ein.

Sommaruga bedankte sich bei der Slowakischen Republik und bei der Tschechischen Republik für die Gedenktafel und bei den Vertreterinnen und Vertretern der tschechischen und slowakischen Diaspora dafür, dass die damaligen Flüchtlinge die Schweiz in wirtschaftlicher, kultureller und gesellschaftlicher Hinsicht bereichert haben.

Erfolgreiche Integration

Am Beispiel der tschechischen und slowakischen Flüchtlinge zeige sich, dass eine erfolgreiche Integration möglich sei, von der beide Seiten profitieren könnten, liess sich Sommaruga zitieren. Die Schweiz werde auch in Zukunft verfolgte Menschen aufnehmen, wie es ihrer humanitären Tradition entspreche, und ihre Anstrengungen im Integrationsbereich weiter verstärken.

Im August 1968 marschierten rund eine halbe Million Soldaten der damaligen Sowjetunion und anderer osteuropäischer Staaten in die Tschechoslowakei ein und besetzten innerhalb weniger Stunden alle wichtigen Institutionen des Landes. Damit endete die als Prager Frühling bezeichnete Phase der politischen Öffnung. In der Folge verliessen rund 300’000 Menschen die Tschechoslowakei oder kehrten nach einem Auslandaufenthalt nicht mehr in ihre Heimat zurück. (sda/mey)