Kirche und Politik in der DDR

Gedenkwoche erinnert an Selbstverbrennung eines Pfarrers

Am 18. August 1976 erregte die Selbstverbrennung eines Pfarrers in Zeitz weltweit Aufsehen. Die Tat von Oskar Brüsewitz war Ausdruck seines Protestes gegen die SED-Diktatur. 50 Jahre später wird daran erinnert.

Mit einer Gedenkwoche würdigt die Stadt Zeitz in Sachsen-Anhalt das Wirken von Oskar Brüsewitz (1929-1976). Die Selbstverbrennung des evangelischen Pfarrers vor 50 Jahren sei vor allem Ausdruck seines Protestes gegen die SED-Diktatur gewesen, sagte der Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Johannes Beleites, in Magdeburg.

Der Pfarrer der Dorfgemeinde Rippicha hatte sich am 18. August 1976 vor der Zeitzer Michaeliskirche selbst angezündet und war vier Tage später seinen Verletzungen erlegen. Die Gedenkwoche wird vom Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, der Stadt Zeitz und weiteren Partnern veranstaltet.

Den Auftakt bildet am 18. August eine öffentliche Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung vor der Michaeliskirche in Zeitz. Im Anschluss werde in der Michaeliskirche ein Gottesdienst unter Leitung des mitteldeutschen Landesbischofs Friedrich Kramer gefeiert. Am selben Tag werde zudem der Dokumentarfilm «Der Störenfried» von Regisseur Thomas Frickel in Zeitz aufgeführt.

Zum Thema «Protest! Wie weit gehen für die eigenen Ideale? Der Fall Brüsewitz heute» folgt am 20. August eine Podiumsdiskussion in der Nikolaikirche Zeitz. Zudem werden Schülerinnen und Schüler des CJD-Gymnasiums Droyssig ein Theaterstück aufführen. Den Abschluss der Gedenkwoche bildet am 23. August ein Gedenkgottesdienst in der Kirche Rippicha. An jenem Ort war Brüsewitz bis zu seinem Tod als Pfarrer tätig und fand auf dem dortigen Friedhof seine letzte Ruhe. (epd/ no)

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