«Ganz Zürich wird zur Public-Viewing-Zone», titelte der Tages-Anzeiger am 16. März im Hinblick auf die Fussball-EM. Doch nicht nur in Zürich, auch in anderen Städten und auf dem Land wird in diesen vier Wochen alle Aufmerksamkeit auf das runde Leder gerichtet sein. Einige Kirchgemeinden nutzen den Hype und laden zum Public Viewing in ihr Kirchgemeindehaus.
Gilles Yapi…
Ein regelrechtes Fussballfest mit Torwandschiessen, Grillständen und Tippspielen organisiert der Männedörfler Pfarrer Achim Kuhn. «Männedorf am Ball», heisst die Party, die am 19. Juni anlässlich des Vorrundenspiels Schweiz gegen Frankreich steigen soll. Für den ökumenischen Gottesdienst vor dem Spiel haben sich Achim Kuhn und die katholische Pfarreibeauftragte Barbara Ulsamer etwas Besonderes ausgedacht: Als Special Guest wird nämlich Gilles Yapi, der Mittelfeldstar des FC Zürich, erwartet. Der 24-jährige Spitzenspieler wurde 2014 brutal gefoult und fand im Glauben eine Stütze.
Achim Kuhn möchte mit dem Anlass vor allem Jugendliche für die Kirche interessieren. Auch die reformierte Kirche Egerkingen will mit ihrem Public Viewing ein zusätzliches Angebot für die Jugendlichen ihrer Sportgruppe «Teamsport» schaffen. Nicht zum ersten Mal führt man dort eine solche Veranstaltung durch. Ähnlich in Bäretswil: Dort hatte man in früheren Jahren sogar Spiele ohne Schweizer Beteiligung übertragen. Nicht alle diese Spiele seien gleich gut besucht worden, deshalb beschränke man sich dieses Jahr auf die Schweizer Auftritte, heisst es auf Anfrage.
…Andy Egli
Fussball ist auch König im Familiengottesdienst vom 12. Juni in der Luzerner Lukaskirche. Zum Motto «Fussball ist unser Leben» wird der ehemalige Nati-Spieler Andy Egli fachkundig Red und Antwort stehen. Und für den praktischen Teil ist im Lukasgarten eine Torwand aufgestellt worden.
Keine Aktivitäten hat diesmal das Zürcher Grossmünster geplant. Anlässlich der EM 2008 im eigenen Land war das Grossmünster noch federführend bei der Organisation und Durchführung der kirchlichen Präsenz («Kirche 08») gewesen. «Die Fans der einzelnen Fussballmannschaften sind nicht Gast in unserem Land, deshalb können Kirchen sich nicht als Gasträume für die Fans zeigen», heisst es zur Begründung.
Rechte beachten und Lizenz bezahlen beim Public Viewing
Wollen Kirchgemeinden ein Public Viewing durchführen, müssen sie für die Übertragungsrechte bei der Suisa ein Formular ausfüllen und eine Entschädigung für die Lizenz bezahlen. Je nach Grösse der Leinwand, der Anzahl der Übertragungen sowie der Dauer des Public Viewing kostet es unterschiedlich viel. Ist die Leinwanddiagonale grösser als drei Meter, muss man zusätzlich bei der Gemeinde eine Genehmigung beantragen.
Hier der Link der Suisa zum Public Viewing
Hier ein Merkblatt mit Richtlinien zum Public Viewing an der Euro 2016
Public Viewing und EM-Gottesdienste in den reformierten Kirchgemeinden (Auswahl):
Reformierte Kirchgemeinde Zollikon ZH
Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Thomas BS
Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Lukas LU
Reformierte Kirchgemeinde Bäretswil ZH
Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Männedorf ZH
Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Birsfelden BL
Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Egerkingen SO
Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Berneck-Au-Heerbrugg SG