Frontex zählt deutlich mehr illegale Einreisen
Viele europäische Länder haben ihre Massnahmen gegen Einwanderer verstärkt, trotzdem kommen immer mehr Migranten in die EU. In den ersten elf Monaten hat die EU-Grenzschutzagentur Frontex rund 308'000 Grenzübertritte registriert. Das seien zweieinhalb Mal so viele wir im Vorjahr und der höchste Wert seit der Flüchtlingskrise im Jahr 2015.
Die aktivste Route führte über den Westbalkan, wo rund 140'000 Übertritte registriert wurden. Ebenfalls deutlich mehr ankommende Migranten verzeichnete Italien, wo das Innenministerium bis Mitte Dezember mehr als 98’000 Bootsmigranten zählte; im Vorjahr waren es gut 63’000 gewesen.
Viele Menschen aus Afrika, dem Nahen und Mittleren Osten oder Südostasien verlassen ihre Heimat, weil sie sich in Europa ein besseres Leben erhoffen. Häufig werden sie vertrieben von klimatischen Bedingungen, Konflikten oder den jeweiligen Machthabern. Oft wagen sie dabei gefährliche Überfahrten über das Mittelmeer. Laut der UN-Organisation für Migration (IOM) starben bis Dezember fast 2000 Migranten im Mittelmeer, gut 1360 allein zwischen Nordafrika und Italien.
Vor dem «Internationalen Tag der Migranten» an diesem Sonntag werben manche Politiker für noch stärkere Massnahmen gegen Einwanderer ohne Erlaubnis: Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer fordert von der EU Geld für Grenzzäune in Rumänien, Bulgarien und Ungarn. Er will «das Tabu Zäune brechen», wie er sagte. Italiens ultrarechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni machte sich schon im Wahlkampf für eine Seeblockade im Mittelmeer und Migranten-Lager in Afrika stark. (sda/dpa/no)