Freiburger Synode verzichtet auf Ausgabenbremse

Ein Vorstoss einiger Synodaler verlangte die Einführung einer Ausgabenbremse. Sie wurde von der Synode mit grosser Mehrheit abgelehnt.


Die Synodalen der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Freiburg wollen keine Ausgabenbremse für ihre Kirche. Mit grosser Mehrheit lehnten sie diese an ihrer Synode vom 28. Februar in Grangeneuve ab, schreibt die Freiburger Landeskirche am 14. März in einer Mitteilung.

Im vergangenen Dezember hatte eine Gruppe von Synodalen an der Budgetdebatte einen Vorstoss eingereicht, der den Synodalrat zur Einführung einer Ausgabenbremse aufforderte. Bereits der Voranschlag 2020, der diesen Frühling aufgestellt wird, sollte gegenüber dem aktuellen Budget 2019 entweder ausgeglichen oder sogar positiv schliessen, so die Vorgabe. Der Vorstoss war eine Reaktion auf den steigenden Aufwand der Synodalkasse.

Mehrausgaben von 400’000 Franken

Tatsächlich hätten die Ausgaben der Landeskirche in den Jahresrechnungen ab 2013 bis zum Budget 2019 von 2,08 auf 2,48 Millionen Franken zugenommen. Allerdings habe die Synodalkasse im beobachteten Zeitraum jede Jahresrechnung mit einem Plus abgeschlossen, schreibt die Kirche weiter.

Laut Synodalratspräsident Pierre-Philippe Blaser sei der Aufwand aus drei Gründen gestiegen. Erstens wegen der Zunahme der Mitglieder der Kantonalkirche, die einher gehe mit dem allgemeinen Bevölkerungswachstum im Kanton.

Zweitens habe die Landeskirche zunehmende Verpflichtungen wie die Einrichtung von zusätzlichen kantonalen Seelsorgestellen sowie mehrere bedeutende Projekte. Drittens seien die Kosten für die allgemeine Verwaltung der Kantonalkirche und für die Synoden angestiegen. Unter anderem weil viele Entscheide der Synode bedeutende Ausgaben nach sich gezogen hätten.

Entwicklung verlaufe kontrolliert

Synodalratspräsident Blaser sagte gemäss der Mitteilung, dass kirchliche Reglemente sowie die Hinweise der Finanzkommission dem Synodalrat «ein vorsichtiges und verhältnismässiges Handeln» vorschreiben. So verlaufe die Entwicklung kontrolliert. Es seien keine weiteren Massnahmen nötig.

Mehrere Synodale äusserten sich kritisch gegen die Ausgabenbremse. Das Parlament der Kantonalkirche habe es selbst in der Hand, die Ausgaben zu beeinflussen. Die Synode folgte nach kurzer Diskussion der Linie des Synodalrates und lehnte die Einführung einer Ausgabenbremse grossmehrheitlich ab.

Kommissionen für komplexe Vorlagen

Weiter hat die Synode laut Mitteilung einen Vorstoss der Kirchgemeinde Châtel-St-Denis – La Veveyse für die Einrichtung von vorberatenden Kommissionen angenommen. Diese sollen bei komplexeren Vorlagen temporär eingesetzt werden, da Erlass und Revisionen von Reglementen in der Vergangenheit «langwierige und mitunter frustrierende Diskussionen ausgelöst haben».

Ausserdem hat sich er Synodalrat dazu verpflichtet, ein klares Statement zugunsten der Konzernverantwortungs-Initiative abzugeben. Es sei wichtig und richtig, dass eine Kirche die allgemeingültigen Menschenrechte der UNO vertritt. Die Freiburger Protestanten würden mit ihrer Resolution ihre Verantwortung zugunsten der Schöpfung wahrnehmen.

Schliesslich hiess die Synode ein neues Reglement für die Fonds der Synodalkasse gut und besetzte zwei vakante Sitze in der Ordinationskommission. Pfarrerin Andrea Sterzinger und Pfarrer Martin Nouis wurden abschliessend in einer feierlichen Zeremonie in den freiburgischen Kirchendienst aufgenommen. (mey)